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Ich habe ja schon vor einigen Jahren Methoden zur automatischen Bewässerung auf dem Balkon gesucht. Solange mein Balkon klein war, war die Flaschenmethode für mich vollkommen ausreichend. Inzwischen habe ich aber einen größeren Balkon. Und jede Menge Sonne. Zeit, einmal ein paar Alternativen zu anzusehen.

Im Frühjahr habe ich in einem Supermarkt so einen Balkonkasten mit Wasserspeicher (Amazon-Link) gekauft. Diese Kästen hatte ich in meinem Bewässerungs-Artikel bereits erwähnt. Aber dieses Jahr habe ich das System zum ersten Mal ausprobiert.

Funktionsprinzip

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Schemazeichnung

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Schemazeichnung

Das Funktionsprinzip ist ziemlich einfach. Der Balkonkasten hat einen doppelten Boden. So entsteht ein Reservoir unten im Balkonkasten. Drainage-Löcher hat der Kasten dann natürlich nicht – lediglich Überlauf-Öffnungen auf Höhe des zweiten Bodens, so dass Staunässe vermieden wird. Durch einige Vertiefungen des Bodens können Erde und Wurzeln stellenweise ins Wasserreservoir ragen. Von dort verteilt sich das Wasser dann dank der Kapillarwirkung im gesamten Kasten.

Gießen

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Einfüllöffnung

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Einfüllöffnung – Der Wasserspeicher ist hier noch mehr als halbvoll

Über ein Röhrchen wird das Wasser (und ggf. der Flüssigdünger) direkt in das Reservoir gegossen. Die Pflanzen werden also nur indirekt gewässert – bei nässeempfindlichen Pflanzen wie Tomaten und Chili ist das ein großer Vorteil. Wieviel Wasser das Reservoir fasst, hängt natürlich von der Größe des Kastens ab. In meinen Kasten passen etwa fünf Liter Wasser – genug für mindestens vier heiße Sommertage! Bei vielen Kästen zeigt eine Wasserstandsanzeige außerdem an, wie dringend gegossen werden muss.

Was sagen die Pflanzen dazu?

Ich habe für den ersten Test fünf Chili-Pflanzen in den Kasten gepflanzt. Und ich bin absolut begeistert! Die Pflanzen sehen ausnahmslos gesund und kräftig aus, blühen ohne Ende und tragen schon die ersten gesunden Früchte. Selbst an extrem heißen Tagen mache ich mir um diesen Kasten keine Sorgen – um meine Tomaten in herkömmlichen Töpfen dagegen ständig.

Und die Nachteile?

Es gibt nur wenige Nachteile, und die meisten sind auch noch Geschmackssache. Aber dennoch:

  • Die Kästen mit Wasserspeicher sind etwas teurer als herkömmliche Balkonkästen. Rechnet man allerdings die Investitionen in ein Bewässerungssystem mit ein, rechnen sich die Kästen mit Wasserspeicher sofort.
  • Die Auswahl an Kästen mit Wasserspeicher ist groß. Es gibt verschiedene Designs und Preisklassen. Dennoch ist die Auswahl nicht so groß wie bei herkömmlichen Kästen. Wer also ganz exklusive Designansprüche hat, wird möglicherweise nicht das Richtige finden.
  • Es gibt bislang leider fast ausschließlich Balkonkästen mit dem System – und kaum Töpfe. Und wenn es Töpfe mit Wasserspeicher gibt, dann sind sie exklusiv designt und ungeheuer teuer. Liebe Hersteller: Das ist eine Lücke! Einfache Balkongeländer-Töpfe mit Wasserspeicher fehlen auf dem Markt.
  • Über die mehrjährige Haltbarkeit und die Frostfähigkeit kann ich noch nichts sagen.

Fazit

Im nächsten Jahr muss ich ohnehin viele meiner Balkonkästen erneuern. Die meisten werde ich dabei gleich durch einen Balkonkasten mit Wasserspeicher ersetzen. Viele meiner Kräuter, Tomaten und Pflücksalate werden das Wasserreservoir lieben. Und für mich ist es komfortabel und sorgenfrei.

 

Chilis im Balkonkasten mit Wasserspeicher

Meine wuchernden Chilis im Balkonkasten mit Wasserspeicher

Gestern ist mir ein Malheur passiert. Ich habe einige meiner zarten Tomatenpflänzchen vom sonnigen Fensterbrett auf den Balkon gebracht, um sie dort in ihre großen Töpfe umzupflanzen. Natürlich wollte ich sie später wieder reinholen – denn im Moment ist es zwar frühlingshaft warm hier in Hamburg-Eimsbüttel. Aber auch windig. Und bis zu den Eisheiligen stelle ich meine Tomaten höchstens stundenweise raus.

Und dann kam es, wie es kommen musste. Das Telefon klingelt. Im Radio eine interessante Reportage. Zwischendurch noch aufgeräumt. Und dann der Schreck: Die Tomaten sind noch auf dem Balkon!

Wie gesagt: Es war zwar frühlingshaft warm. Aber im Schatten ist es dennoch frisch. Und Wind weht in Hamburg immer. Von den sechs vergessenen Pflänzchen sahen drei noch ganz gut aus. Die anderen drei dagegen haben alles hängen lassen, was ihnen in den letzten Tagen so gewachsen war. Ein trauriger Anblick:

 

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze

Vorher

 

Die Blätter schlaff und eingerollt, der Stängel kraftlos. Die kleineren Pflanzen lagen direkt auf der Erde. Da hilft nur schnell keine Zeit verlieren.

Ich war zugegebenermaßen etwas ratlos. Aber das, was ich in meiner Not probiert habe, hat so bombenmäßig funktioniert, dass ich es hier teilen möchte. Zunächst habe ich die Pflanzen natürlich nach drinnen auf das sonnige Fensterbrett gebracht. Dann habe ich die Erde mit warmem Wasser gegossen. Und schließlich habe ich über die elendigsten Pflänzchen noch Marmeladengläser gestülpt und ihnen so ein Mini-Treibhaus gebaut:

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze unter Glas

Das Ergebnis hat mich selbst überrascht. Als ich etwa eine Stunde später wieder hingeschaut habe, waren die Pflänzchen unter den Gläsern wieder straff – bis auf ein paar Blessuren, die wahrscheinlich auch nicht mehr weggehen. Die Pflänzchen ohne Gläser hatten sich nur wenig erholt. Also habe ich die Marmeladengläser einfach umgesetzt und über die noch immer schlaffen Pflänzchen gestülpt. Und siehe da: Auch hier war innerhalb einer Stunde wieder fast alles im Lot.

Wenn Eure ganz jungen Tomatenpflanzen also einen Kälteschock abgekriegt haben, probiert es mal mit dieser Kombination:

  • Sonniges Fensterbrett ohne Zug
  • Erde mit warmem Wasser gießen
  • Gläser drüberstülpen (Gewächshaus-Effekt)

 

Viel Erfolg!

 

 

Junge Tomatenpflanze nach auskuriertem Kälteschock

Nachher

 

Gestern habe ich über das Kokos-Torf-Dilemma geschrieben. Für die Erde im Balkonkasten gibt es ja außer Kokos und Torf noch etliche ökologisch vertretbare Alternativen. Für die Anzucht von jungen Pflanzen jedoch nutze ich aus praktischen Gründen Quelltabletten und ein Anzucht-Gewächshaus. Dafür hatte ich schon vor Jahren eine große Packung Quelltabs gekauft. Und unwissend, wie ich war, habe ich natürlich Torf-Quelltabs gekauft.

Nachdem meine letzten torfhaltigen Tabletten in diesem Frühjahr endlich zur Neige gingen, habe ich mir also eine Alternative gesucht. Zu meiner freudigen Überraschung konnte ich feststellen, dass mein Stamm-Gartenmarkt gar keine Quelltabletten mit Torf mehr führt. Dort gibt es nur noch Kokos-Quelltabletten wie diese (Amazon-Link). Auch die kompostierbaren Anzuchttöpchen und Anzuchtschalen sind dort mittlerweile nur noch aus Kokos erhältlich. Ich habe in diesem Jahr also in meinem Anzuchtgewächshaus eine spannende Situation: Die letzten Torf-Quelltabletten konkurrieren mit den neuen Kokos-Quelltabletten.

Hier meine Beobachtungen:

  • Kokos quillt schneller.
  • Kokos ist grobkörniger.
  • Torf ist fester und dichter.
  • Torf schimmelt schneller.
  • Besonders auffällig: Die Keimrate ist im Kokos höher als im Torf. Da ich allerdings keine wissenschaftlichen Bedingungen habe und auch nur eine eher kleine Fallzahl, kann das auch an der Saatgut-Qualität und am Zufall liegen.

Hier mal ein Beweisfoto:

Quelltabletten Kokos vs. Torf

Das rötlichere Substrat links ist Kokos. Das dunklere auf der rechten Seite ist Torf. Deutlich ist zu sehen, dass Kokos bei der Keimrate die Nase vorn hat. Und das, obwohl die Torf-Quelltabs sogar noch einen Tag Vorsprung hatten. Aber wie gesagt: Das ist keine wissenschaftliche Studie und kann viele Gründe haben. Allerdings würde mich mal interessieren, ob ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen gemacht habt. Wenn ja würde ich mich über einen Kommentar freuen.

In den Amazon-Kommentaren steht übrigens vereinzelt, dass Pflänzchen in den Kokos-Tabs zu wenige Nährstoffe haben und deshalb eher eingehen. Ich werde das mal beobachten. Für so eine Aussage ist es bei mir definitiv noch zu früh.

Update vom 19. April 2013:

Auch mit zwei Wochen Abstand hat sich das Ergebnis nur erhärtet:

  • Die Keimrate bei Torf ist hinter der vom Kokos geblieben.
  • Kein einziges der Kokos-Tabs ist bisher geschimmelt.
  • Und was die Nährstoff-Armut angeht, die vereinzelt bei Amazon kritisiert wird: Ich kann das nicht bestätigen. Meine Pflänzchen stehen alle voll im Saft. Wenn sich daran noch was ändert, schreibe ich es natürlich hier rein.

Bis jetzt also: Klare Empfehlung für die Kokos-Tabs!

Seit mich vor einiger Zeit ein Artikel vom Gartengnom auf die Torf-Problematik aufmerksam gemacht hat, drehe ich jeden Sack Erde zweimal um. Ich habe über die Auswahl der Erde auch bereits gebloggt. Damals hat ein Kommentator Kokosubstrat in gepressten Briketts empfohlen. Diese gibt es schon seit längerem im Biohandel und in Fair-Trade-Geschäften. Ich war damals jedoch skeptisch, denn Kokospalmen sind in Norddeutschland nicht heimisch – Kokoserde muss also zu uns geschifft werden. Außerdem gibt es im Gartenhandel durchaus Erde ohne Torfanteil. Dennoch schrieb ich, ich wolle der Sache eine Chance geben.

Hier einmal ein paar Überlegungen zu Kokos und Torf aus ökologischer Sicht:

  1. Optimal ist beides nicht.
  2. Torfabbau zerstört Moore – ein Biotop, das Jahrhunderte braucht, um zu wachsen.
  3. Kokos wird aus Übersee hierher gebracht. Torf gibt es – zumindest in Norddeutschland – vor der Haustür.
  4. Über Jahrhunderte war der Abbau und die Nutzung von Torf ein alltäglicher Nebeneffekt der Trockenlegung der Moore. Nur so konnten in Norddeutschland ausreichend Flächen für die Landwirtschaft entstehen. Torf wurde als Heizmaterial genutzt. In Teilen Schottlands wird immer noch über brennendem Torf Gerstenmalz getrocknet – der Torfrauch verleiht vielen außergewöhnlichen Whiskys seinen Charakter. Aber: Inzwischen sind Torfmoore in Deutschland selten. Die übriggebliebenen Moore sind einzigartige Biotope – viele davon sind Naturschutzgebiete.
  5. Kokos ist ein nachwachsender Rohstoff.
  6. Getrocknete und gepresste Kokosfaser ist darüberhinaus sehr leicht. Ich habe leider keine Zahlen dazu gefunden. Aber aus einem Brikett Kokoskonzentrat (ca. 600 g) kann man 10 Liter Erde erzeugen. Kokos lässt sich also effizienter packen und kraftstoffärmer transportieren. Ich weiß jedoch nicht, ob das die Mehrbelastung der langen Reise ausgleicht.

Aus meiner Sicht bleibt es ein Dilemma. Dennoch habe ich neulich einige Kokos-Briketts gekauft (ähnlich diesen hier bei Amazon) gekauft und werde sie in diesem Jahr ausprobieren, sobald das Wetter wärmer ist. Natürlich werde ich hier im Blog darüber berichten. Falls jemand schon Erfahrungen mit Kokos-Substrat hat, freue ich mich über Kommentare!

Verschiedene Bewässerungs-Flaschenaufsätze für PET-Flaschen

Bewässerungs-Flaschenaufsätze von oben nach unten: Blumat XXL Flaschenadapter, Bewässerungshilfe von Gärtner Pötschke, Blumat Flaschenadapter

Ich habe es im vorigen Artikel über Bewässerungssysteme für den Balkon ja schon angekündigt: Hier kommt der Artikel über die Flaschenaufsätze zur Bewässerung von Topfpflanzen und Balkonkästen.
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Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der sich für seinen Urlaub Regenwetter wünscht. So war es auch am Pfingstwochenende. Über Pfingsten waren für Hamburg nämlich zeitweise mehr als 28 °C und weitgehend wolkenloser Himmel angesagt. Traumwetter für einen Pfingsturlaub. Außer man hat einen Südwest-Balkon mit vielen Pflanzen und ohne schattige Plätze – so wie ich.

Natürlich kenne ich das Problem schon länger. Ich habe eine Fernbeziehung und kann etwa jedes zweite Wochenende meinen Balkon für drei Tage nicht gießen. Und natürlcih war ich auch in den vergangenen Jahren im Sommerurlaub. Aber die bedrohliche Wettervorhersage und die bislang prächtig gedeihenden Tomaten, Zuckererbsen, Radieschen, Kohlrabis und Erdbeeren haben mich bewogen, mal wieder zu recherchieren, wie ich meinen Balkon auch im Sommer mal für ein paar Tage allein lassen kann.

Nicht alle der Methoden, die ich gefunden habe, eignen sich für einen kleinen Mietwohnungs-Balkon wie meinen. Und nur wenige der aufgeführten Methoden habe ich persönlich getestet – das steht dann dabei. Aber der Vollständigkeit halber will ich einfach alle mal hier zusammenfassen:

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Umschlag des Buches "Mischkultur im Hobbygarten" von Christa Weinrich OSB

So langsam kommt der Frühling nach Hamburg. Deshalb habe ich heute die ersten drei Balkonkästen für dieses Jahr bestückt*. Bei den Planungen für das Balkongartenjahr ist mir ein Buch in die Hände gefallen, dass ich an dieser Stelle schon sehr lange einmal empfehlen wollte: „Mischkultur im Hobbygarten“ von Christa Weinrich OSB (Amazon-Link).
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Ich habe im letzten Jahr einiges ausprobiert auf meinem Balkon. Hier will ich zusammenfassen, was ich in diesem Jahr wieder anbauen werde udn was ich lieber lasse.

Bewährt haben sich:

  1. Erdbeeren: Haben sich in der Südseiten-Sonne prächtig entwickelt. Sind auf jeden Fall auch 2011 wieder dabei. (siehe auch: Erdbeeren – von der Blüte zur Frucht und Warum man reife Erdbeeren nur ernten, aber nicht kaufen kann.)
  2. Tomaten: Auch die Tomaten werden in 2011 wieder angebaut. Sie brauchen viel Wasser, besonders im Hochsommer. Aber durch die ständige Sonne werden sie aromatisch und knallrot. Ich habe allerdings den Verdacht, dass meine Tomaten im letzten Jahr ein Problem mit dem Wind und dem Regen hatten. Sie waren dem Wetter ungeschützt ausgesetzt und haben sich im Herbst verfärbt und Früchte verloren. (siehe auch: Tomaten von Easyplant – Ein Erfahrungsbericht und Was einmal Tomaten werden will…)
  3. Kräuter: Gehören auf jeden Balkon. Am besten in Mischkultur mit anderen Pflanzen. Für Dill, Basilikum, Schnittlauch, Knoblauch oder Bohnenkraut ist immer irgendwo Platz.
  4. Pflücksalat: Dieses Jahr werde ich mehr Pflücksalat anbauen. Das hat gut geklappt und war immer eine leckere Abwechslung. Spätestens im Mai säe ich mindestens zwei Sorten in zwei Kästen aus. (siehe auch: Pflücksalat auf dem Balkon.)
  5. Feldsalat: Ist ein gutes, pflegeleichtes Balkon-Gemüse. Da Feldsalat winterhart ist, eignet er sich besonders zur Überbrückung der radieschenarmen Jahreszeit zwischen September und Mai. (siehe auch: Die Erste Ernte des Jahres: Feldsalat)
  6. Radieschen: Funktionieren das ganze Jahr über, besonders aber im Frühling und Frühsommer. (siehe auch: Die Radieschensaison ist eröffnet!)
  7. Chili: Ich versuche es noch einmal. Eigentlich müsste ich ganz gute Bedingungen für Chili haben, obwohl ich letztes Jahr eine armselige Ernte hatte: Nur eine Schote. (siehe auch: Neu auf dem Biobalkon: Chili)
  8. Wiesenblumen: Schon allein weil sie die Hummeln anziehen. Und weil sie gut aussehen.
  9. Bäume: Eine kleine Eiche im Topf, ein Mammutbaum und eine Gleditsie haben nach dem Winter wieder ausgetrieben. Sie werden bald wieder auf dem Fensterbrett stehen. (siehe auch: In jeden Garten gehört ein Baum)

Nicht mehr dabei sind:

  1. Bohnen: Ich hatte zwar eine passable Ernte. Aber die Pflanzen waren so durstig, dass ich im Hochsommer zwei bis drei mal täglich gießen musste. Für Bohnen muss die Erde offenbar tiefer sein.
  2. Rucola: Das hat aus irgendeinem Grund gar nicht funktioniert. Andere Balkongärtner berichten Gutes, ich kann das leider nicht bestätigen. In diesem Jahr werde ich dafür mehr Kräuter und Pflücksalat anbauen.

Brauseaufsätze, die auf normale PET-Flaschen passen.

Bisher habe ich meine Balkonkästen und überhaupt alle meine Pflanzen mit einer PET-Flasche gegossen. Dabei kann man aber weder vernünftig dosieren, noch kann man das Wasser gut verteilen. Das Ergebnis war, dass ich immer viel zu viel gegossen habe und dabei auch noch die Erde von den Wurzeln weggeschwemmt habe.

Damit ist jetzt Schluss! Letzte Woche kamen meine Flaschengießaufsätze (Amazon-Link) von Gärtner Pötschke. Dabei handelt es sich um Brauseaufsätze, die man auf handelsübliche PET-Flaschen schrauben kann.

Im Päckchen sind drei Brauseaufsätze mit unterschiedlich feinen Löchern für unterschiedlich feine Wassertropfen. Und eine Spitze, mit der man gezielt kleinste Wassermengen gießen kann.

Fazit nach einer Woche in Betrieb:

  • Sieht witzig aus
  • Funktioniert hervorragend – am besten auf einer flexiblen PET-Flasche, damit man drücken kann
  • Spart Gießwasser

Weil ich mit meinen selbstgezogenen Tomaten Mitte April schon etwas spät dran war – spätestens Mitte März ist Tomaten-Aussaat-Termin, sagt der Gartenfachmann – habe ich mich zu einem Experiment beschlossen:

Im Internet kann man Tomaten als Jungpflanzen bestellen – z.B. bei Baldur Garten. Die nennen diese Jungpflanzen „Easyplant“ und versenden die ganz normal per Paket. Das hat mich neugiereig gemacht. Wie kommen die Pflanzen an? Wie jung ist eine „Jungpflanze“? Und ist es wirklich so easy?

Ich hatte mir natürlich erhofft, dass ich neben meinen noch recht kleinen eigenen Tomatenpflänzchen (Tumbling Tom Red) mit der Bestellung ein paar Wochen Zeit gewinne und gleich ein paar kräftige Pflanzen habe. Hier meine Beobachtungen und Erfahrungen mit Versandhaus-Tomaten von Easyplant:

  • Lieferzeit: Das mit dem Vorsprung war schon mal nichts. Die Lieferung hat etwa 10 Tage gebraucht. In der Zwischenzeit waren meine eigenen Sprößlinge schon ein gutes Stück gewachsen.
  • Verpackung: Die Pflanzen kamen mit der Post. In einem Paket, gut mit Papier gepolstert, lag eine spezielle Plastik-Packung mit fünf Pflänzchen (s. Bild).
  • Größe: Die Jungplanzen sind tatsächlich noch sehr jung – vielleicht 14 Tage alt. Wenn man bedenkt, dass ich zehn Tage gewartet habe, hätte ich auch einfach selbst säen können.
  • Zustand: Im Internet liest man zu easyplant auch schlechte Erfahrungen, besonders im Bezug auf den Zustand der Pflanzen. Ich kann sagen: Alle fünf Pflanzen waren am Leben. Aber alle fünf Pflanzen hatten ihre Blessuren und zerquetschte Blätter. Außerdem waren die Wurzeln sehr trocken – aber das ist kein Wunder nach mehreren Tagen im Karton.

Wie ging es nach der Ankunft bei mir weiter?

Laut Anleitung soll man die trockenen Wurzeln leicht gießen und die Pflanzen noch etwa zwei Tage in der offenen Packung lassen. Danach habe ich die beiden kräftigsten in den Ampeltopf gepflanzt, in dem sie den Sommer über gedeihen sollen. Die restlichen Pflanzen habe ich in einzelne Anzuchttöpfe gesetzt, um gegebenenfalls Ersatz zu haben oder um welche zu verschenken.

Nach einer weiteren Woche bei mir zeigt sich jedoch, dass die Pflanzen im Ampeltopf tatsächlich auch die kräftigsten sind. Die sehen auch ganz ordentlich aus (s. Bild). Eine weitere Pflanze war nach etwas Erholungszeit noch schön genug, um sie zu verschenken. Aber die restlichen zwei Pflänzchen sind aber ganz schön mickrig.

Meine Erfolgsquote mit Easyplant ist also 3 von 5 – bis jetzt. Aber das Rennen geht gerade erst los. Ich werde den Sommer über sehr kritisch beobachten und berichten, welche meiner Ampeltomaten sich besser machen: Die selbstgezogenen Tumbling Tom Red mit Saatgut aus dem Max Bahr. Oder die Tasty Tumbler Easyplant-Jungpflanzen von Baldur.

Ich bin gespannt…

Fazit vom 07.03.2011:

Ich wollte eigentlich schon im Herbst ein Fazit schreiben, habe es aber vergessen. Der Vollständigkeit halber will ich es kurz nachholen:

  1. Das wichtigste vorweg: Das Easyplant-Experiment ist nur halb geglückt. Von fünf Pflanzen waren nur drei überlebensfähig und nur zwei stark genug, dass ich sie behalten habe.
  2. Die beiden Pflanzen, die es letztlich auf den Balkon geschafft haben, haben sich als sehr robust erwiesen. Im Herbst hatte ich allerdings sowohl bei meinen selbstgezogenen Tomaten als auch bei den Easyplant-Pflanzen ein Pilzproblem.
  3. Die Easyplant-Tomaten waren in etwa genau so ergiebig, wie die selbstgezogenen. Ich habe nicht genau nachgezählt, aber es war immer an beiden Töpfen etwas zu ernten.

Fazit:

Ich habe mich in 2011 entschieden, keine Easyplant-Tomaten wieder zu bestellen. Für die recht geringe Erfolgsquote sind die Pflanzen inklusive Versand dann doch ziemlich teuer. Darüber hinaus hat Easyplant keinen Vorteil, wenn man rechtzeitig mit der Anzucht beginnt. Und es macht so viel mehr Spaß, seinen selbstgezogenen Pflänzchen beim Wachsen zuzusehen.

Wenn man allerdings keine Möglichkeit zur Anzucht hat, dann kann an Easyplant durchaus in Erwägung ziehen. Man darf nur nicht davon ausgehen, dass alle Pflanzen überleben.