Archive für Ernte

Heute mal wieder ein Balkongemüse-Lexikon-Eintrag – und zwar zu einem der ergiebigsten Gemüse auf meinem Balkon. Es geht um Salat. Genauer gesagt um Pflücksalat. Schon seit meinem ersten Tagen als Balkongärtner habe ich Pflücksalat ausgesät. Und jedes Jahr ist er fester Bestandteil meiner Gartenplanung.

Pflücksalat im Balkonkasten

Pflücksalat im Balkonkasten

Aussaat

Ihr könnt die Pflanzen im März schon auf dem Fensterbrett vorziehen – zum Beispiel in einem Anzucht-Gewächshaus. Da der Platz im Gewächshaus bei mir für die Tomaten reserviert ist, säe ich den Salat ab April direkt in zwei oder drei Reihen in den Balkonkasten. Dabei solltet ihr darauf achten, dass ihr die Samenkörner nicht zu dicht sät – fünf Zentimeter Abstand zwischen den Pflänzchen sind mindestens nötig. Ich bevorzuge übrigens Samenmischungen mit mehreren Sorten. Dann ist der Balkonkasten einerseits schön bunt. Andererseits ist der geerntete Salat vielseitiger.

Wenn die ersten Pflanzen über die Erde schauen, seht ihr dann auch gut, ob die Pflanzen zu dicht stehen. Dann einfach einzelne Pflänzchen entfernen (der Fachmann sagt „vereinzeln“). Wenn einige Samen nicht aufgegangen sind, könnt ihr jetzt auch einfach noch Saatgut in die Lücken stecken.

Bedingungen und Pflege

Pflücksalat ist sehr leicht anzubauen. Da Salat nicht tief wurzelt, ist ein einfacher Balkonkasten ideal (hierbei auf Drainage achten). Der Salat mag es sonnig. Und wie alle Gemüsepflanzen darf er nicht zu trocken werden. Dünger ist wichtig – ich nehme dafür einen dieser Bio-Flüssigdünger (Amazon-Link) aus Zuckerrüben-Vinasse. Irgendwann beginnt jeder Salat zu schießen, das heißt, der Stengel des Salates wächst in die Höhe und die Blätter werden fester. Je nach Sorte dauert das bei mir so zwischen zwei und vier Monaten. Deshalb ist es ratsam, in zwei Balkonkästen zeitlich versetzt Pflücksalat zu säen. In einem wächst der junge Salat, während im nächsten der Salat schon kurz vor dem Schießen steht.

Pflücksalat eignet sich gut für Mischkultur. Ich säe auch in meine größeren Tomaten-Töpfe gern ein bisschen Salat. Dabei solltet ihr allerdings darauf achten, dass die Tomaten dem Salat nicht die Sonne nehmen. Schwester Weinrich empfiehlt in ihrem Buch „Mischkultur im Hobbygarten“ außerdem z.B. Bohnen, Dill, Gurken, Radieschen oder Spinat als Pflanzpartner.

Ernte

Das beste an Pflücksalat ist, dass er den ganzen Sommer über wächst. Man kann die großen Blätter von außen einfach abernten und lässt die kleineren inneren Blätter weiterwachsen. So habt ihr täglich ein paar Blätter Salat für das Käsebrot oder um einem gekauften Salat Aroma und Farbe hinzuzufügen.

Monatserdbeere "Rügen" mit fast reifen Früchten

Bereits im März habe ich hier von meiner neuen Erdbeersorte geschrieben, der Monatserdbeere „Rügen“. Monatserdbeeren sind Erdbeersorten, die über einen längeren Zeitraum – oft den ganzen Sommer über – Früchte tragen. Diese Eigenschaft war in diesem Jahr meine Rettung, denn um ein Haar hätte ich keine selbst geernteten Erdbeeren gehabt.

Als über Ostern nämlich meine die normalen Erdbeeren blühten, war ich mit meiner Freundin im Urlaub. Da es warm und trocken werden sollte, habe ich die Pflanzen lieber vom Balkon abgehängt und drinnen mit viel Wasser über das lange Osterwochenende gebracht. Der Haken dabei: Drinnen war es noch wärmer und die Erdbeeren blühten wie die Weltmeister. Und weit und breit keine Hummel oder Biene zum Bestäuben. Als ich also wieder kam, waren die meisten Blüten verblüht und neue Blüten kamen nicht nach.

Dennoch zeigten sich an den zwei Pflanzen immerhin fünf Früchte. Die waren jedoch ausgerechnet über Pfingsten reif, als ich wieder nicht in Hamburg war um sie zu ernten. Insgesamt habe ich deshalb nur zwei normale Erdbeeren dieses Jahr geerntet. Aber zum Glück gibt es ja die Monatserdbeere. Die trägt nun schon seit einigen Wochen regelmäßig zwei bis fünf kleine rote Früchte pro Woche – nicht viel, aber ein leckerer Trost. Die Früchte sehen übrigens eher aus wie Walderdbeeren und sind auch ähnlich aromatisch.

PS: Mehr über Erdbeeren und Erdbeersorten gibt es übrigens beim Erdbeeranbauer, z.B. in der Erdbeersortendatenbank.

Feldsalat in Mischkultur mit Knoblauch im Balkonkasten

Feldsalat im Balkonkasten

Im letzten Herbst habe ich in alle bereits leeren Kästen ein paar Feldsalat-Samen gestreut. Leider etwas zu spät, denn vor dem Einbruch des Frostes konnte ich nicht mehr ernten. Aber Feldsalat ist winterhart und unglaublich pflegeleicht – und deshalb ein tolles Gemüse für die Zeit nach den letzten Radieschen. Ich brauchte also nur abzuwarten, bis es wieder wärmer wird. Nach den ersten Sonnenstrahlen des Jahres konnte ich jetzt schon einige Hände voll ernten.

Und so sieht das ganze dann verzehrfertig aus. Fehlt nur noch ein bisschen Dressing*:

Frisch vom Balkon geernteter Feldsalat in einer Salatschüssel.

Feldsalat in der Schüssel.

*Serviervorschlag

Erntereifes Radieschen in der Erde.

Ich habe lange nichts gepostet. Das Wetter in Hamburg war einfach zu schön, um vor dem Rechner zu sitzen. Aber es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Neuigkeit Nr. 1: Die ersten Radieschen sind reif – und inzwischen auch schon aufgegessen. Lecker!

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass die Radieschen schärfer werden, wenn sie ein paar Tage aus der Erde schauen. Aber nicht zu lang warten mit der Ernte, sonst werden die Radieschen holzig.

In zwei anderen Balkonkästen habe ich noch mehr Radieschen in Mischkultur. Die nächste Ernte ist bald fertig.

Frisches Radieschen, mit Wurzel und Blattgrün.