Archive für Kräuter

Biobalkon Bepflanzungsplan 2015

So ist der Biobalkon dieses Jahr bestellt. (Klicken zum vergrößern)

Ich habe es ja neulich schon geschrieben: Ich habe endlich wieder einen vollen Südbalkon. Wunderbar! Der Balkon ist zwar nicht riesig. Aber es passt schon einiges drauf. Bei mir sind es in diesem Jahr folgende Sachen:

  • 10 Sorten Tomaten in 8 Töpfen (gelbe Johannisbeere, rote Johannisbeere, Stabtomate, Ildi, Barbanjaka, Black Cherry, Tumbling Tom Red, Totem, Hessische Balkontomate, Fuzzi Wuzzi) – ich habe in den meisten Töpfen drei Pflanzen. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt, solange die Wasserversorgung stimmt.
  • 2 Sorten Chili (3x Hidalgo, 2x Cayenne)
  • 6x Erdbeeren – in bewährter Mischkultur mit Knoblauch
  • zwei Kästen mit Radieschen und – einige Wochen zeitversetzt – Pflücksalat
  • Karotten
  • Zuckerschoten
  • verschiedene Kräuter – das ist eine Premiere auf dem Biobalkon: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Majoran, Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum
  • Kartoffeln – ich wage einen zweiten Versuch
  • Narzissen – auch das ist eine Premiere gewesen: etwas, was einfach nur blüht
  • Hopfen – ein spannendes Experiment
  • Rucola
  • Minze

Ihr seht, es ist ordentlich was los dieses Jahr. Und es wird einiges zu schreiben geben. Das wird toll!

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"IMG_3052Es ist mal wieder Zeit für einen Erfahrungsbericht: Ich habe dieses Frühjahr mehrere Päckchen Saatgut geschenkt bekommen. Darunter auch einige Saatbänder und Saatscheiben, also Saatgut, das nicht lose als Körner, sondern zwischen mehreren Lagen Zellstoff eingeschlossen und vorportioniert ist.

Eigentlich ist es eine praktische Idee:

  • Es können mehrere Sorten in einer Tüte gekauft werden – Mischkultur!
  • Die Samen haben schon den richtigen Abstand und müssen nicht verzogen werden.
  • Selbst wenn man nicht die ganze Tüte aufbraucht, kullern keine einzelnen Samen rum.

Dafür sind Saatbänder und Saatscheiben teurer. Die Hersteller können also die selbe Menge Saatgut für deutlich mehr Geld verkaufen – bei Saatscheiben für Blumentöpfe ist das Verhältnis besonders krass, finde ich. Ob der Komfortgewinn den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst wissen. Aber mir geht es um etwas anderes:

Ich habe wie gesagt sehr unterschiedliche Saatbänder und -scheiben bekommen und – naja, ausgesät habe ich ja eben nicht – in die Erde gebracht. Es waren Teekräuter dabei (Melisse, Minze, Kamille). Es waren Küchenkräuter dabei (Oregano, Thymian, Basilikum). Und es waren verschiedene Salatsorten dabei. Auffällig ist, dass ich noch nie so schlechte Keimraten hatte, wie mit den Saatbändern. Der Kasten mit den Teekräutern ist auch drei Monate nach der „Aussaat“ leer – von ein paar Keimchen abgesehen, die aber auch nicht wachsen, sondern seit etwa neun Wochen unverändert gerade so aus der Erde schauen. Von den Küchenkräutern hat Basilikum passabel funktioniert. Oregano und Thymian sind immerhin gekeimt, aber wachsen nicht. Und von den vier Salatsorten sind zwei ganz gut angegangen und zwei überhaupt nicht.

Zugegeben, ich habe auf meinem Nordbalkon nicht die optimalen Bedingungen. Aber daran kann es nicht liegen, die Kräuter sehen an zwei verschiedenen Südfenstern. Ich hatte noch nie soviele Krepierer, wie dieses Jahr – und alles sind Saatbänder oder Saatscheiben gewesen.

Deshalb meine Frage: Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Funktionieren Saatbänder und Saatscheiben bei euch? Funktionieren sie genauso gut wie klassisches Saatgut? Und ist euch der Komfort den höheren Preis wert?

Ich jedenfalls bin nicht begeistert und werde in Zukunft keine Saatbänder mehr kaufen.

Bepflanzung der Balkonkästen mit Obst, Gemüse und Kräutern in 2012

Für alle, die sich fragen, wie mein Balkon – mein französischer … – eigentlich genau bepflanzt ist, hier eine topaktuelle Übersicht aus dem Juni 2012. Über vieles, was hier zu sehen ist, werde ich in den nächsten Wochen noch ausführlich schreiben. Natürlich habe ich in jedem Kasten mehrere Pflanzenarten – Mischkultur eben.

Interessant ist vor allem der Kasten unten in der Mitte: Mein doppeltes Experiment mit Zuckererbsen und Kohlrabi. Mal sehen, ob das was wird. Bis jetzt sieht es vielversprechend aus.

Der Rest ist relativ unspektakulär. Obwohl: Ich habe eine neue Tomatensorte von meinem Vater, die Gelbe Johannisbeere. Die sind zugegebenermaßen relativ ungünstig mit den Peperoni kombiniert. Aber ich habe diese Pflanzen zuletzt bekommen und es war kein anderer Platz mehr frei. Mal sehen, wie sie sich entwickeln…

Außerdem gibt es eine neue Erdbeerpflanze. Und der Insektenweiden-Kasten wirkt dieses Jahr besonders füllig. Es gibt also noch einiges zu beobachten und berichten in diesem Jahr.

Ich habe im letzten Jahr einiges ausprobiert auf meinem Balkon. Hier will ich zusammenfassen, was ich in diesem Jahr wieder anbauen werde udn was ich lieber lasse.

Bewährt haben sich:

  1. Erdbeeren: Haben sich in der Südseiten-Sonne prächtig entwickelt. Sind auf jeden Fall auch 2011 wieder dabei. (siehe auch: Erdbeeren – von der Blüte zur Frucht und Warum man reife Erdbeeren nur ernten, aber nicht kaufen kann.)
  2. Tomaten: Auch die Tomaten werden in 2011 wieder angebaut. Sie brauchen viel Wasser, besonders im Hochsommer. Aber durch die ständige Sonne werden sie aromatisch und knallrot. Ich habe allerdings den Verdacht, dass meine Tomaten im letzten Jahr ein Problem mit dem Wind und dem Regen hatten. Sie waren dem Wetter ungeschützt ausgesetzt und haben sich im Herbst verfärbt und Früchte verloren. (siehe auch: Tomaten von Easyplant – Ein Erfahrungsbericht und Was einmal Tomaten werden will…)
  3. Kräuter: Gehören auf jeden Balkon. Am besten in Mischkultur mit anderen Pflanzen. Für Dill, Basilikum, Schnittlauch, Knoblauch oder Bohnenkraut ist immer irgendwo Platz.
  4. Pflücksalat: Dieses Jahr werde ich mehr Pflücksalat anbauen. Das hat gut geklappt und war immer eine leckere Abwechslung. Spätestens im Mai säe ich mindestens zwei Sorten in zwei Kästen aus. (siehe auch: Pflücksalat auf dem Balkon.)
  5. Feldsalat: Ist ein gutes, pflegeleichtes Balkon-Gemüse. Da Feldsalat winterhart ist, eignet er sich besonders zur Überbrückung der radieschenarmen Jahreszeit zwischen September und Mai. (siehe auch: Die Erste Ernte des Jahres: Feldsalat)
  6. Radieschen: Funktionieren das ganze Jahr über, besonders aber im Frühling und Frühsommer. (siehe auch: Die Radieschensaison ist eröffnet!)
  7. Chili: Ich versuche es noch einmal. Eigentlich müsste ich ganz gute Bedingungen für Chili haben, obwohl ich letztes Jahr eine armselige Ernte hatte: Nur eine Schote. (siehe auch: Neu auf dem Biobalkon: Chili)
  8. Wiesenblumen: Schon allein weil sie die Hummeln anziehen. Und weil sie gut aussehen.
  9. Bäume: Eine kleine Eiche im Topf, ein Mammutbaum und eine Gleditsie haben nach dem Winter wieder ausgetrieben. Sie werden bald wieder auf dem Fensterbrett stehen. (siehe auch: In jeden Garten gehört ein Baum)

Nicht mehr dabei sind:

  1. Bohnen: Ich hatte zwar eine passable Ernte. Aber die Pflanzen waren so durstig, dass ich im Hochsommer zwei bis drei mal täglich gießen musste. Für Bohnen muss die Erde offenbar tiefer sein.
  2. Rucola: Das hat aus irgendeinem Grund gar nicht funktioniert. Andere Balkongärtner berichten Gutes, ich kann das leider nicht bestätigen. In diesem Jahr werde ich dafür mehr Kräuter und Pflücksalat anbauen.

Thorbens Nordbalkon-Tomaten

Thorben (von Urban Bonsai), von dem ich diese herrliche Chili-Pflanze habe, hat in diesem Sommer auch einige Erfahrungen mit Balkon-Gemüse gesammelt. Hier ein erster Erfahrungsbericht als Gastbeitrag:

Der Sommer ist da. Das haben nun auch die Pflanzen auf meinem Balkon mitbekommen. Aufgrund des diesjährig sehr kühlen Frühjahrs, dauerte alles etwas länger, aber nun ist es soweit: Blut, Schweiß und Tränen tragen erste Früchte! Naja, die meiste Arbeit haben dabei wohl die Pflanzen erledigt, aber ich bin dennoch stolz wie Oscar; zumal es für mich die allererste aktive Pflanz-Saison ist.

An meinen 2 Tomatenpflanzen auf dem Südbalkon sind ein Großteil der Blüten verblüht, die Tomaten reifen und haben teilweise schon fast die Größe von Tischtennisbällen erreicht. Die Pflanze selber zeigt mittlerweile einige Anzeichen eines Sonnenbrands. Da ich sie an heißen Tagen abends aber immer gieße und gelegentlich auch übersprühe, hoffe ich dennoch darauf, eine wohlschmeckende Ernte einfahren zu dürfen. Meine Chili-Pflanzen stecken die Sonne anscheinend besser weg, da sie schon seit Anfang Mai draußen stehen. Im frühen Jungpflanzenstadium noch leicht schattiert aber jetzt bei einer Höhe von etwa 30 cm auch in der prallen Sonne. Sie haben ein sattes Grün und eine schöne weiße Blüte.

Auf den Nordbalkon, meinen Kräuterbalkon, kommt nicht ganz soviel Sonne, aber auch hier gedeihen die 2 Tomaten und je ein Topf krause Petersilie und Pfefferminze prächtig – die Tomate ist noch in der Blüte, aber wegen der nicht so intensiven Sonne strahlen die Pflanzen selber in einem vitalen grün. Auf der Nordseite kann im Sommer also auch ohne Probleme gegärtnert werden.

Zwei Chilis passten leider nicht mehr in den Balkonkasten und mussten wohl oder übel drinnen bleiben. Da ich ein Bonsai-Freund bin, habe ich bei der einen, die eh etwas schief gewachsen ist, einen klassischen Rückschnitt vorgenommen, wie man es bei jungen Sträuchern tut, um eine deutlichere Verjüngung des Stammes und damit bessere Standfestigkeit, sowie eine bessere Verzweigung zu erreichen. Bisher sehr erfolgreich, nur ist die Pflanze nun eher mit dem Treiben, statt mit dem Blühen beschäftigt, was mir aber bewusst war. Ich habe ohnehin vor die Pflanzen noch ein paar Jahre zu behalten. Das ganze ist übrigens kein unnatürlicher Vorgang, nur falls jemand im Begriff war, die Öko-Keule auszupacken. In der Natur gibt es eine ganz selbstverständliche Abhärtung und Selektierung durch Wetter und Tiere. An der anderen Pflanze habe ich mich mal als Bestäuber versucht, weil ich in der Wohnung leider null Wind und eher wenig Insekten-Traffic habe. Und siehe da: die ersten Schoten zeigen sich bereits. Das ging fix.

Hier noch einige Fotos: