Erfahrungsbericht: Bequeme Bewässerung dank Balkonkasten mit Wasserspeicher

24. Juli 2015 — 8 Kommentare

Ich habe ja schon vor einigen Jahren Methoden zur automatischen Bewässerung auf dem Balkon gesucht. Solange mein Balkon klein war, war die Flaschenmethode für mich vollkommen ausreichend. Inzwischen habe ich aber einen größeren Balkon. Und jede Menge Sonne. Zeit, einmal ein paar Alternativen zu anzusehen.

Im Frühjahr habe ich in einem Supermarkt so einen Balkonkasten mit Wasserspeicher (Amazon-Link) gekauft. Diese Kästen hatte ich in meinem Bewässerungs-Artikel bereits erwähnt. Aber dieses Jahr habe ich das System zum ersten Mal ausprobiert.

Funktionsprinzip

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Schemazeichnung

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Schemazeichnung

Das Funktionsprinzip ist ziemlich einfach. Der Balkonkasten hat einen doppelten Boden. So entsteht ein Reservoir unten im Balkonkasten. Drainage-Löcher hat der Kasten dann natürlich nicht – lediglich Überlauf-Öffnungen auf Höhe des zweiten Bodens, so dass Staunässe vermieden wird. Durch einige Vertiefungen des Bodens können Erde und Wurzeln stellenweise ins Wasserreservoir ragen. Von dort verteilt sich das Wasser dann dank der Kapillarwirkung im gesamten Kasten.

Gießen

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Einfüllöffnung

Balkonkasten mit Wasserspeicher – Einfüllöffnung – Der Wasserspeicher ist hier noch mehr als halbvoll

Über ein Röhrchen wird das Wasser (und ggf. der Flüssigdünger) direkt in das Reservoir gegossen. Die Pflanzen werden also nur indirekt gewässert – bei nässeempfindlichen Pflanzen wie Tomaten und Chili ist das ein großer Vorteil. Wieviel Wasser das Reservoir fasst, hängt natürlich von der Größe des Kastens ab. In meinen Kasten passen etwa fünf Liter Wasser – genug für mindestens vier heiße Sommertage! Bei vielen Kästen zeigt eine Wasserstandsanzeige außerdem an, wie dringend gegossen werden muss.

Was sagen die Pflanzen dazu?

Ich habe für den ersten Test fünf Chili-Pflanzen in den Kasten gepflanzt. Und ich bin absolut begeistert! Die Pflanzen sehen ausnahmslos gesund und kräftig aus, blühen ohne Ende und tragen schon die ersten gesunden Früchte. Selbst an extrem heißen Tagen mache ich mir um diesen Kasten keine Sorgen – um meine Tomaten in herkömmlichen Töpfen dagegen ständig.

Und die Nachteile?

Es gibt nur wenige Nachteile, und die meisten sind auch noch Geschmackssache. Aber dennoch:

  • Die Kästen mit Wasserspeicher sind etwas teurer als herkömmliche Balkonkästen. Rechnet man allerdings die Investitionen in ein Bewässerungssystem mit ein, rechnen sich die Kästen mit Wasserspeicher sofort.
  • Die Auswahl an Kästen mit Wasserspeicher ist groß. Es gibt verschiedene Designs und Preisklassen. Dennoch ist die Auswahl nicht so groß wie bei herkömmlichen Kästen. Wer also ganz exklusive Designansprüche hat, wird möglicherweise nicht das Richtige finden.
  • Es gibt bislang leider fast ausschließlich Balkonkästen mit dem System – und kaum Töpfe. Und wenn es Töpfe mit Wasserspeicher gibt, dann sind sie exklusiv designt und ungeheuer teuer. Liebe Hersteller: Das ist eine Lücke! Einfache Balkongeländer-Töpfe mit Wasserspeicher fehlen auf dem Markt.
  • Über die mehrjährige Haltbarkeit und die Frostfähigkeit kann ich noch nichts sagen.

Fazit

Im nächsten Jahr muss ich ohnehin viele meiner Balkonkästen erneuern. Die meisten werde ich dabei gleich durch einen Balkonkasten mit Wasserspeicher ersetzen. Viele meiner Kräuter, Tomaten und Pflücksalate werden das Wasserreservoir lieben. Und für mich ist es komfortabel und sorgenfrei.

 

Chilis im Balkonkasten mit Wasserspeicher

Meine wuchernden Chilis im Balkonkasten mit Wasserspeicher

Advertisements

8 Antworten zu Erfahrungsbericht: Bequeme Bewässerung dank Balkonkasten mit Wasserspeicher

  1. 

    Hi, ich werde leider nicht von ihnen gesponsert, aber als ich damals auf der Suche war meinen großen Südbalkon / Dachterrasse einzurichten, wollte ich auch ein Bewässerungssystem dieser Art, am liebsten eine Art Hochbeet. Die Töpfe auf dem Markt haben mir aber gar nicht gefallen. Dann habe ich auf der Seite von Lechuza im Zubehörbereich solche Einsätze für Töpfe gefunden, die den von Dir beschriebenen Wasserspeicher haben, ich glaube etwa 30x30x40? Also schon eine gute Größe um auch größere Pflanzen reinzutun! Diese Einsätze habe ich dann gekauft und mit meinem Freund zusammen aus Holz eine „Umrandung“ für ein Hochbeet gebaut, in dass dann 4 der Kästen nebeneinander gesetztz werden können, die untere Hälfte bleibt dabei aus Gewichtsgründen leer, auf halber Höhe gibt es Querbalken, auf die die Quadratischen Bewässerungseinsätze gesetzt werden. Einmal bepflanzt und zugewachsen sieht es aus wie ein zusammenhängendes Beet.
    Wegen dem Gewicht habe ich unten Perlite (Gartenbau) von Knauf eingefüllt und auch die Erde gut damit gemischt. Neben dem Gewichtsvorteil auch ein weiterer guter Wasserspeicher!
    Vielleicht eine Anregung für das nächste Frühjahr 😉
    Viele Grüße
    Julia

  2. 

    Hallöchen,

    ich bin auch Lechuza Verfechter (der ganze Balkon ist voll damit, ob Balkonkästern, Ampeln, Töpfe, …) – was ich mich aber frage: wieso musst Du nur alle 4 Tage gießen? Was hast Du denn in so einem Balkonkasten drinnen?
    Ich bin aktuell dabei diese Kästen jeden Tag zu gießen (wenn es so warm ist wie die letzten Tage) – vielleicht habe ich sie überpflanzt (2 Tomaten, 2 Chilis auf 80cm), aber… der Ertrag spricht eigentlich für sich.

    Bin aber für Tipps und Anregungen dankbar – vielleicht mach ich was falsch. Wenn ich jeden Tag nur 5 Minuten weniger gießen würde… 🙂

    Grüße
    Ben

    • 

      Ich habe fünf Chilis auf 80cm. Und da es in Hamburg diesen Sommer kaum vier aufeinanderfolgende Hitzetage ohne Regenschauer gibt, brauche ich den Kasten oft erst nach ca. vier Tagen nachfüllen. Bei trockenerem Klima ist das sicher anders…

      • 

        Ah, okay. Das erklärt einiges. Schade. Dachte es gäbe den ultimativen Tipp. Bin auch immer noch auf der Suche, wie ich am geschicktesten eine Befestigung in die Balkonkästen bekomme, an denen meine Monstertomaten halt finden.

  3. 

    Hallo.

    Bin hier ganz neu und per Zufall auf diesen Artikel gestoßen. 🙂

    Das System hört sich Klasse an. Habe jetzt meinen ersten richtigen Balkon und möchte mich Ende des Monats mit dem Bepflanzen versuchen.

    Da war der Artikel sehr hilfreich. Vielen Dank dafür 🙂

    Jetzt aber mal eine Frage:

    Auf den Bildern hast du einen Pinken und einen weißen „Knopf“ am „Bewässerungsschacht“. Ich gehe mal davon aus, dass der Pinke die Liter das Reservoir anzeigt.

    Frage 1: Wofür ist das weiße gedacht? Also was zeigt das an?

    Frage 2: Wo kriege ich diese Kästen her. Also mit den Pinken und Weißen Anzeigen.
    Bei Amazon kriege ich nur welche ohne diese Anzeige (zumindest nach Beschreibung und Bild)

    Wie gesagt bin ich absoluter Neuling und habe bisher keinen grünen Daumen bewiesen. 😉 Hoffe mit dem System gehen mir die Pflanzen nicht direkt kaputt. 😦 Bin schon froh das mein Basilikum bisher 3 Wochen überlebt hat….

    Liebe Grüße

    Jessica

    • 

      Die „Knöpfe“ sind nur Merkhilfen, wann man das letzte mal gegossen hat. Man kann sie manuell einstellen – sie tun aber nichts.

      Die Kästen gibts in jedem Bau- und Gartenmarkt.

      Viel Erfolg!

  4. 

    Hallo,
    danke für den interessanten Bericht.
    Hast Du die Pflanzen in Erde im Kasten eingepflanzt oder hast Du die Pflanzen im Topf gelassen?
    Ist der Wasserstandsanzeiger mit dabei? Oder hast Du den extra gekauft?

    Danke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s