Titel des Buches "Der Selbstversorgerbalkon"

Titel des Buches “Der Selbstversorgerbalkon” von Michael Breckwoldt

 

Noch ein Buchtipp: “Der Selbstversorger-Balkon – Frisch ernten und genießen” von Michael Breckwoldt ist ein klassisches Garten-Handbuch mit vielen speziellen Tipps für Balkongärtner. Anders als beim letzten Buchtipp stehen hier nicht Bilder und Menschen im Vordergrund, sondern gärtnerisches Grundwissen.

Handbuch & Lexikon

Auf den ersten Seiten ca. 30 Seiten werden Techniken, Begriffe und wichtige Tipps vermittelt. Dabei konzentriert sich das Buch nicht ausschließlich auf ökologisches Gärtnern, aber Bio wird immer wieder thematisiert.

Den größten Teil des Buches macht das ca. 70-seitige Pflanzenlexikon aus. Mit Hinweisen zu Anbau, Mischkultur und Zubereitung werden topfgeeignete Salate, Kräuter, Obstarten und Gemüse detailliert beschrieben und bebildert. Den Abschluss macht dann ein kurzer Teil mit Rezepten und Verarbeitungsideen.

Fazit

Wer ein Von-A-bis-Z-Handbuch des Gärtnerns in Töpfen und Kübeln sucht, ist hier richtig. Das Buch ist gut strukturiert und bietet viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene. Ich persönlich finde es schade, dass das Buch nicht konsequent bio ist. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Und letztlich geht das Buch ja auch an vielen Stellen auf ökologisches Gärtnern ein. Ein guter Rundumschlag ohne Schnickschnack.

128 Seiten, viele Farbfotografien, Hardcover – 16,99 EUR
Erhältlich in jedem Buchladen oder bei Amazon.

Disclaimer: Ich habe das Buch vor einiger Zeit von meinem Vater geschenkt bekommen. Es handelt sich nicht um eine Rezension auf Bitten des Verlages oder der Autoren. Ich stelle das Buch hier vor, weil ich es gut finde. So einfach.

Warum hat der Biobalkon eigentlich keine Facebook-Seite mit den jeweils neuesten Artikeln? Hat er doch!

Für alle, die keinen Beitrag verpassen wollen, und die öfter auf Facebook sind, als hier im Blog, gibt es jetzt jedenfalls die Biobalkon-Facebook-Seite. Einfach “Gefällt mir” klicken und die Einträge landen pünktlich in eurer Timeline.

Biobalkon Bepflanzungsplan 2015

So ist der Biobalkon dieses Jahr bestellt. (Klicken zum vergrößern)

Ich habe es ja neulich schon geschrieben: Ich habe endlich wieder einen vollen Südbalkon. Wunderbar! Der Balkon ist zwar nicht riesig. Aber es passt schon einiges drauf. Bei mir sind es in diesem Jahr folgende Sachen:

  • 10 Sorten Tomaten in 8 Töpfen (gelbe Johannisbeere, rote Johannisbeere, Stabtomate, Ildi, Barbanjaka, Black Cherry, Tumbling Tom Red, Totem, Hessische Balkontomate, Fuzzi Wuzzi) – ich habe in den meisten Töpfen drei Pflanzen. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt, solange die Wasserversorgung stimmt.
  • 2 Sorten Chili (3x Hidalgo, 2x Cayenne)
  • 6x Erdbeeren – in bewährter Mischkultur mit Knoblauch
  • zwei Kästen mit Radieschen und – einige Wochen zeitversetzt – Pflücksalat
  • Karotten
  • Zuckerschoten
  • verschiedene Kräuter – das ist eine Premiere auf dem Biobalkon: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Majoran, Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum
  • Kartoffeln – ich wage einen zweiten Versuch
  • Narzissen – auch das ist eine Premiere gewesen: etwas, was einfach nur blüht
  • Hopfen – ein spannendes Experiment
  • Rucola
  • Minze

Ihr seht, es ist ordentlich was los dieses Jahr. Und es wird einiges zu schreiben geben. Das wird toll!

Ja, er lebt noch!

3. Mai 2015 — 1 Kommentar
Die eine Hälfte vom Biobalkon

Die eine Hälfte vom Biobalkon

Einige Leser haben mich schon gefragt, wann ich mal wieder was blogge. Die Antwort: Jetzt! In den letzten beiden Sommern hatte ich ja leider einen Nordbalkon und deshalb weder viel Freude am Gärtnern noch besonders schöne Themen für das Blog.

Aber damit ist jetzt Schluss: Seit letztem Herbst haben wir eine schöne Wohnung in Hamburg-Eimsbüttel mit einem sehr sonnigen Südbalkon. Die Tomaten sind schon eingepflanzt, die ersten Radieschen sogar schon geerntet. Und es gibt noch mehr, was ich euch in den nächsten Wochen hier zeigen kann.

Bis dann!

Veranda Junkies – Buchtitel

Titelseite des Buches “Veranda Junkies” von Cornel Rüegg & Sabine Reber

Es gibt ja inzwischen viele Bücher, die sich auf die eine oder andere Art mit Urban Gardening beschäftigen. Ich stöbere gern im Buchladen in solchen Büchern, aber die meisten können mich nicht überzeugen. Entweder sind es reine Coffeetable Books, die vor allem auf dem Couchtisch gut aussehen sollen, aber nicht den Anspruch haben, Praxistipps zu bieten. Andere Bücher haben ein Spektrum, das für meinen kleinen Balkongarten zu breit ist – diese enthalten oft wertvolle Tipps, aber eben zum Beispiel für Kleingärten, Dachterrassen oder Gemeinschaftsgärten.

So viel mehr als nur schöne Bilder

“Veranda Junkies – Urban Gardening auf Balkon und  Terrasse” (Amazon-Link) von Cornel Rüegg und Sabine Reber dagegen hat mich auf Anhieb überzeugt. Obwohl es sehr viele sehr schöne, großformatige Fotografien enthält, wäre es falsch, es als Coffeetable Book abzustempeln. Denn es ist voller Tipps und Ideen, die sogar alte Balkonhasen wie mich noch überraschen können.

 

In erster Linie enthält das Buch sympathische Porträts von Balkongärtnern (in diesem Punkt ähnelt es dem Buch “Urban Gardening – Gärtnerglück für Großstadtpflanzen” von Anja Klein und Andreas Lauermann, das ich bereits besprochen habe). Soweit ich das überblicke, sind alle Porträtierten aus der Schweiz – vor allem aus Zürich und Bern. Mit dabei sind Designer, Vollblut-Ökos, Menschen mit Sehnsucht nach dem Land, Wissenschaftler und so weiter. Vom Fenstersims über einen einzelnen Parkplatz bis zur traumhaften Dachterrasse ist alles vertreten, was als Garten ohne Garten gelten kann. Auf mehreren Doppelseiten werden interessante Menschen und ihre Motivation zu Gärtnern vorgestellt. Was dieses Boch aber so wertvoll macht, sind die Tipps und Ideen, die jeder einzelne Balkongärtner hat. Auch diese werden ausführlich auf mehreren Doppelseiten beschrieben und um Praxistipps und Hintergrundinformationen ergänzt. So gibt es zum Beispeil einen Balkongarten-Kalender, Listen von geeigneten und bewährten Pflanzen, Werkzeug-Tipps, Rezepte, Bau- und Bastelideen, Ratschläge für ökologisches Gärtnern und – immer ein Zeichen für ein gutes Fachbuch – eine Liste häufiger Fehler, ihrer Ursache und der passenden Abhilfe.

Fazit

Dieses Buch ist kein Kompendium und kein Lexikon. “Veranda Junkies – Urban Gardening auf Balkon und  Terrasse” ist ein Buch, das von vorn bis hinten gelesen und angesehen werden will. Ein Buch, dass man aber auch einfach an irgendeiner Stelle aufschlagen und sich dann festlesen kann. Es ist voller guter Tipps für Anfänger und voller Inspirationen für Erfahrene. Und wenn man will, kann man es auch wie ein Lexikon verwenden, denn es gibt ein Glossar. So ein schönes und zugleich hilfreiches Balkongarten-Buch habe ich bisher noch nicht gesehen.

256 Seiten, viele Farbfotografien und Illustrationen, Hardcover mit Lesebändchen – 34,90 EUR
Erhältlich in jedem Buchladen oder bei Amazon.

Disclaimer: Ich habe dieses Buch in einem Hamburger Laden gesehen, konnte es aber nicht kaufen. Daraufhin habe ich den AT-Verlag um ein Rezensionsexemplar gebeten, das mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Danke dafür!

"IMG_3052Es ist mal wieder Zeit für einen Erfahrungsbericht: Ich habe dieses Frühjahr mehrere Päckchen Saatgut geschenkt bekommen. Darunter auch einige Saatbänder und Saatscheiben, also Saatgut, das nicht lose als Körner, sondern zwischen mehreren Lagen Zellstoff eingeschlossen und vorportioniert ist.

Eigentlich ist es eine praktische Idee:

  • Es können mehrere Sorten in einer Tüte gekauft werden – Mischkultur!
  • Die Samen haben schon den richtigen Abstand und müssen nicht verzogen werden.
  • Selbst wenn man nicht die ganze Tüte aufbraucht, kullern keine einzelnen Samen rum.

Dafür sind Saatbänder und Saatscheiben teurer. Die Hersteller können also die selbe Menge Saatgut für deutlich mehr Geld verkaufen – bei Saatscheiben für Blumentöpfe ist das Verhältnis besonders krass, finde ich. Ob der Komfortgewinn den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst wissen. Aber mir geht es um etwas anderes:

Ich habe wie gesagt sehr unterschiedliche Saatbänder und -scheiben bekommen und – naja, ausgesät habe ich ja eben nicht – in die Erde gebracht. Es waren Teekräuter dabei (Melisse, Minze, Kamille). Es waren Küchenkräuter dabei (Oregano, Thymian, Basilikum). Und es waren verschiedene Salatsorten dabei. Auffällig ist, dass ich noch nie so schlechte Keimraten hatte, wie mit den Saatbändern. Der Kasten mit den Teekräutern ist auch drei Monate nach der “Aussaat” leer – von ein paar Keimchen abgesehen, die aber auch nicht wachsen, sondern seit etwa neun Wochen unverändert gerade so aus der Erde schauen. Von den Küchenkräutern hat Basilikum passabel funktioniert. Oregano und Thymian sind immerhin gekeimt, aber wachsen nicht. Und von den vier Salatsorten sind zwei ganz gut angegangen und zwei überhaupt nicht.

Zugegeben, ich habe auf meinem Nordbalkon nicht die optimalen Bedingungen. Aber daran kann es nicht liegen, die Kräuter sehen an zwei verschiedenen Südfenstern. Ich hatte noch nie soviele Krepierer, wie dieses Jahr – und alles sind Saatbänder oder Saatscheiben gewesen.

Deshalb meine Frage: Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Funktionieren Saatbänder und Saatscheiben bei euch? Funktionieren sie genauso gut wie klassisches Saatgut? Und ist euch der Komfort den höheren Preis wert?

Ich jedenfalls bin nicht begeistert und werde in Zukunft keine Saatbänder mehr kaufen.

Ach, es ist zum Verzweifeln. Vor fast zwei Jahren habe ich eine neue Wohnung in Hamburg gesucht. Eine mit großem, sonnigem Balkon, schönem Bad und zentraler Lage. Wer den Wohnungsmarkt in Hamburg kennt, weiß dass das nicht leicht ist. Aber ich habe eine Wohnung gefunden: mit großem Balkon zum grünen Hinterhof hinaus. Bei der Wohnungsbesichtigung war ich überrascht, wie warm und sonnig der Balkon trotz Nordausrichtung war – dann könnte es ja auch was mit einem größeren Biobalkon werden, dachte ich.

Könnte es nicht. Denn so richtig als Garten kann ich nur etwa drei Meter Balkongeländer nutzen – und überhaupt nichts von der schönen Fläche. Der Grund: Es ist und bleibt ein Nordbalkon. Umgeben von mehrstöckigen Gebäuden. Das heißt, ich habe von Oktober bis Mitte April überhaupt keine Sonne auf dem Balkon – und im Hochsommer dann so ca. 2 1/2 Stunden. Das ist angenehm, wenn man bei 30° im Schatten nach Feierabend auf dem Balkon sitzen will. Dort ist es nämlich nicht so heiß und die Bäume rundrum sorgen für ein mildes Mikroklima. Für fast alles andere aber ist das zuwenig Licht:

  • Möhren und Radieschen bilden keine Knollen, weil sie nichts zu speichern haben.
  • Kartoffeln ranken wild und wuchernd. Aber in meinem Kartoffelsack waren genau ZWEI Kartoffeln – in der Größe von Haselnüssen!
  • Der Pflücksalat bildet nur kleine Blätter aus und beginnt schnell zu schießen.
  • Sechs Bohnen habe ich geerntet. Sechs.
  • Kräuter und alles was blüht, verkümmert.
  • Grmpfl.

Die dreieinhalb Meter Sonne habe ich den Tomaten und Erdbeeren gegeben. Immerhin, da konnte ich was ernten – wenn auch weniger als ich erhofft hatte. Durch das kühl-feuchte Klima in unserem Hinterhof und die fehlende Sonne ist zu allem Überfluss die Erde in den Kästen auch noch dauernd feucht bis nass – und vermoost und vermodert. Trotz erhöhter Drainageschicht und Abflussöffnungen in den Kästen. Alles in allem ist das so ernüchternd, dass ich für dieses Jahr nur wenig geplant habe. Also wundert euch nicht, wenn hier trotz herrlichstem Frühlingswetter nichts passiert.

Die gute Nachricht ist: Ich werde dieses Jahr umziehen. Mal wieder. Wer eine Wohnung in Hamburg mit Süd- oder Südwest-Balkon weiß – oder mit einem Garten, der bewirtschaftet werden kann –, immer her mit den Tipps (in den Kommentaren). Dann gibt es hoffentlich auch bald wieder neue Beiträge mit Experimenten und Erfahrungen. Bis dahin bleibt mir nur zu sagen: Hände weg von Balkonen mit Nordausrichtung. Zumindest wenn ihr Möhren und Kartoffeln haben wollt…

Buch "Urban Gardening" von Anja Klein

Im Sommer 2012 – also vor über einem Jahr – besuchten mich Anja Klein vom Blog “Der kleine Horrorgarten” und Andreas Lauermann in meiner alten Wohnung und auf meinem alten Balkon. Anja reiste damals durch Deutschland – oder eigentlich durch Europa – um für ihr neues Buch Leute zu interviewen, die mitten in der Großstadt gärtnern.

Während Andreas bei all meinen Nachbarn klingelte, um meinen alten Balkon aus möglichst vielen spannenden Perspektiven zu fotografieren, unterhielt ich mich mit Anja darüber, wie ich eigentlich zum Balkongemüsegärtner geworden bin.

Jetzt endlich ist das Buch erschienen: “Urban Gardening – Gärtnerglück für Großstadtpflanzen” (Amazon-Link). Und es ist gelungen. Neben einem mehrseitigen Artikel über den Biobalkon mit vielen Bildern gibt es nämlich einen Rundumschlag über alles, was irgendwie “Urban Gardening” genannt wird:

  • individuelle Schrebergärten in einer Kleingartenkolonie
  • Guerrilla Gardening
  • Dachgärten
  • Balkongärten
  • Hinterhofgärten
  • Nachbarschaftsgärten
  • und so weiter…

Dabei werden vor allem die Menschen vorgestellt, die hinter diesen Gärten stecken – mit ihren Geschichten, Motivationen und immer auch mit Tipps und Anregungen. Man kann das Buch auf irgendeiner Seite aufschlagen und einfach loslesen oder sich einfach nur von den vielen Bildern inspirieren lassen. Auch als jemand, der das Thema verfolgt, bin ich in diesem Buch noch auf spannende Anregungen gestoßen.

Fazit: Ein Buch, in dem ich vorkomme, ist natürlich immer lesenswert. Aber dieses Buch bietet darüberhinaus einen ausführlichen Überblick über verschiedene Aspekte des Urban Gardening in Europa. Und es bietet jede Menge Anregungen und Tipps für Stadtgärtner.

Disclaimer: Ich bekomme für diesen Artikel kein Geld und würde auch keines annehmen. Ich bin natürlich auch nicht an den Bucherlösen beteiligt oder wurde sonst irgendwie bezahlt. Mein Buch ist auch kein Rezensionsexemplar (obwohl das sicher sinnvoll gewesen wäre, lieber Christian-Verlag). Nein, ich habe das Buch selbst gekauft und stelle es hier vor, weil ich es gut finde. So einfach.

Gestern ist mir ein Malheur passiert. Ich habe einige meiner zarten Tomatenpflänzchen vom sonnigen Fensterbrett auf den Balkon gebracht, um sie dort in ihre großen Töpfe umzupflanzen. Natürlich wollte ich sie später wieder reinholen – denn im Moment ist es zwar frühlingshaft warm hier in Hamburg-Eimsbüttel. Aber auch windig. Und bis zu den Eisheiligen stelle ich meine Tomaten höchstens stundenweise raus.

Und dann kam es, wie es kommen musste. Das Telefon klingelt. Im Radio eine interessante Reportage. Zwischendurch noch aufgeräumt. Und dann der Schreck: Die Tomaten sind noch auf dem Balkon!

Wie gesagt: Es war zwar frühlingshaft warm. Aber im Schatten ist es dennoch frisch. Und Wind weht in Hamburg immer. Von den sechs vergessenen Pflänzchen sahen drei noch ganz gut aus. Die anderen drei dagegen haben alles hängen lassen, was ihnen in den letzten Tagen so gewachsen war. Ein trauriger Anblick:

 

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze

Vorher

 

Die Blätter schlaff und eingerollt, der Stängel kraftlos. Die kleineren Pflanzen lagen direkt auf der Erde. Da hilft nur schnell keine Zeit verlieren.

Ich war zugegebenermaßen etwas ratlos. Aber das, was ich in meiner Not probiert habe, hat so bombenmäßig funktioniert, dass ich es hier teilen möchte. Zunächst habe ich die Pflanzen natürlich nach drinnen auf das sonnige Fensterbrett gebracht. Dann habe ich die Erde mit warmem Wasser gegossen. Und schließlich habe ich über die elendigsten Pflänzchen noch Marmeladengläser gestülpt und ihnen so ein Mini-Treibhaus gebaut:

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze unter Glas

Das Ergebnis hat mich selbst überrascht. Als ich etwa eine Stunde später wieder hingeschaut habe, waren die Pflänzchen unter den Gläsern wieder straff – bis auf ein paar Blessuren, die wahrscheinlich auch nicht mehr weggehen. Die Pflänzchen ohne Gläser hatten sich nur wenig erholt. Also habe ich die Marmeladengläser einfach umgesetzt und über die noch immer schlaffen Pflänzchen gestülpt. Und siehe da: Auch hier war innerhalb einer Stunde wieder fast alles im Lot.

Wenn Eure ganz jungen Tomatenpflanzen also einen Kälteschock abgekriegt haben, probiert es mal mit dieser Kombination:

  • Sonniges Fensterbrett ohne Zug
  • Erde mit warmem Wasser gießen
  • Gläser drüberstülpen (Gewächshaus-Effekt)

 

Viel Erfolg!

 

 

Junge Tomatenpflanze nach auskuriertem Kälteschock

Nachher

 

Gestern habe ich über das Kokos-Torf-Dilemma geschrieben. Für die Erde im Balkonkasten gibt es ja außer Kokos und Torf noch etliche ökologisch vertretbare Alternativen. Für die Anzucht von jungen Pflanzen jedoch nutze ich aus praktischen Gründen Quelltabletten und ein Anzucht-Gewächshaus. Dafür hatte ich schon vor Jahren eine große Packung Quelltabs gekauft. Und unwissend, wie ich war, habe ich natürlich Torf-Quelltabs gekauft.

Nachdem meine letzten torfhaltigen Tabletten in diesem Frühjahr endlich zur Neige gingen, habe ich mir also eine Alternative gesucht. Zu meiner freudigen Überraschung konnte ich feststellen, dass mein Stamm-Gartenmarkt gar keine Quelltabletten mit Torf mehr führt. Dort gibt es nur noch Kokos-Quelltabletten wie diese (Amazon-Link). Auch die kompostierbaren Anzuchttöpchen und Anzuchtschalen sind dort mittlerweile nur noch aus Kokos erhältlich. Ich habe in diesem Jahr also in meinem Anzuchtgewächshaus eine spannende Situation: Die letzten Torf-Quelltabletten konkurrieren mit den neuen Kokos-Quelltabletten.

Hier meine Beobachtungen:

  • Kokos quillt schneller.
  • Kokos ist grobkörniger.
  • Torf ist fester und dichter.
  • Torf schimmelt schneller.
  • Besonders auffällig: Die Keimrate ist im Kokos höher als im Torf. Da ich allerdings keine wissenschaftlichen Bedingungen habe und auch nur eine eher kleine Fallzahl, kann das auch an der Saatgut-Qualität und am Zufall liegen.

Hier mal ein Beweisfoto:

Quelltabletten Kokos vs. Torf

Das rötlichere Substrat links ist Kokos. Das dunklere auf der rechten Seite ist Torf. Deutlich ist zu sehen, dass Kokos bei der Keimrate die Nase vorn hat. Und das, obwohl die Torf-Quelltabs sogar noch einen Tag Vorsprung hatten. Aber wie gesagt: Das ist keine wissenschaftliche Studie und kann viele Gründe haben. Allerdings würde mich mal interessieren, ob ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen gemacht habt. Wenn ja würde ich mich über einen Kommentar freuen.

In den Amazon-Kommentaren steht übrigens vereinzelt, dass Pflänzchen in den Kokos-Tabs zu wenige Nährstoffe haben und deshalb eher eingehen. Ich werde das mal beobachten. Für so eine Aussage ist es bei mir definitiv noch zu früh.

Update vom 19. April 2013:

Auch mit zwei Wochen Abstand hat sich das Ergebnis nur erhärtet:

  • Die Keimrate bei Torf ist hinter der vom Kokos geblieben.
  • Kein einziges der Kokos-Tabs ist bisher geschimmelt.
  • Und was die Nährstoff-Armut angeht, die vereinzelt bei Amazon kritisiert wird: Ich kann das nicht bestätigen. Meine Pflänzchen stehen alle voll im Saft. Wenn sich daran noch was ändert, schreibe ich es natürlich hier rein.

Bis jetzt also: Klare Empfehlung für die Kokos-Tabs!