Buchempfehlung: „Mischkultur im Hobbygarten“ von Christa Weinrich OSB

9. März 2012 — 7 Kommentare

Umschlag des Buches "Mischkultur im Hobbygarten" von Christa Weinrich OSB

So langsam kommt der Frühling nach Hamburg. Deshalb habe ich heute die ersten drei Balkonkästen für dieses Jahr bestückt*. Bei den Planungen für das Balkongartenjahr ist mir ein Buch in die Hände gefallen, dass ich an dieser Stelle schon sehr lange einmal empfehlen wollte: „Mischkultur im Hobbygarten“ von Christa Weinrich OSB (Amazon-Link).

Das Buch hat nur 128 Seiten und wirkt sehr dünn. Aber diese paar Seiten stecken voller wertvoller Gartenerfahrung und Bio-Tipps. Denn Schwester Christa Weinrich ist eine Benediktinerin, die offenbar sehr viel Zeit und Liebe in den Klostergarten investiert. Wie der Titel schon sagt, geht es um Mischkultur. Bei der Mischkultur versucht man, Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen, gemeinsam in ein Beet zu setzen. Für einen Balkongärtner, der auf möglichst wenig Platz möglichst viel anpflanzen will, ist das natürlich besonders relevant.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Pflanzen sich gegenseitig beeinflussen und helfen können, z.B.

  • Pflanzen, die andere Pflanzen beim Keimen unterstützen (Dill z.B. bei Möhren)
  • Pflanzen, die Schädlinge vertreiben (z.B. Lauch, Zwiebeln, Knoblauch – bei mir ist aus diesem Grund in fast jedem Kasten auch Knoblauch drin)
  • Pflanzen, die als Gründünger angebaut werden, um im Winter auf dem Beet zu verrotten und den Boden zu nähren (z.B. Senf, Bohnen, Phacelia)

Dann wiederum gibt es Pflanzen, die sich gegenseitig eher behindern (häufig z.B. eng verwandte Pflanzen wie Tomate, Paprika und Kartoffel), und die man besser nicht ins selbe Beet pflanzt. Passionierte Gärtner kennen die Mischkultur schon lange. Und auch ich habe das im Schulgartenunterricht mal gehört. Aber so praxisnah und anschaulich wie es Christa Weinrich erklärt, habe ich es noch nie gesehen. So kann man das Buch z.B. als Nachschlagewerk verwenden, um einen Balkonkasten, ein Beet oder einen ganzen Garten zu planen. Man lernt viel über Gartentechniken, den Garten im Jahresverlauf und über einzelne Pflanzen. Und besonders wichtig: Man findet zahlreiche biologische Methoden, Schädlinge und Krankheiten – bei mir besonders Blattläuse, Schnecken und Mehltau – abzuwehren.

Fazit: Für nicht mal zehn Euro vermittelt Christa Weinrich so viel fundiertes Wissen über den Nutzgarten, dass viele meiner dickeren Garten- und Balkonbücher armselig daneben aussehen. Und dann reicht der Platz auf den 128 Seiten auch noch für viele Tabellen, schematischen Grafiken von Pflanzenreihen und Beeten sowie zahlreiche Fotos. Das Buch richtet sich zwar eigentlich an Hobbygärtner mit einem richtigen Garten. Aber gerade als Balkongärtner lohnt es sich, Mischkultur zu probieren, um im kleinen Kasten möglichst viele Pflanzen unterzubringen und dabei die Wechselwirkungen der Natur zu nutzen. Auf alle meine Gartenbücher könnte ich verzichten. Aber nicht auf dieses.

PS: Das Buch ist gerade in einer neuen Auflage erschienen und derzeit (Stand 08.03.2012) nicht lieferbar. Ich habe die ältere Auflage, die es hier z.T. noch bei anderen Händlern gibt.

Disclaimer: Ich bekomme für meine Empfehlung kein Geld und würde auch keines annehmen. Ich finde das Buch wirklich klasse.

*Eine Freundin hat mir Ringelblumensamen geschickt – darüber werden sich in diesem Jahr die Hummeln und Bienen in meinem bunten Insekten-Anlockungs-Kasten freuen. Außerdem habe ich im Erdbeerkasten aufgeräumt. Und ich habe die ersten Radieschen gesät. Tomaten und Pflücksalat ziehe ich auf der Fensterbank schon seit ein paar Wochen vor.

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7 Antworten zu Buchempfehlung: „Mischkultur im Hobbygarten“ von Christa Weinrich OSB

  1. 

    Wir haben uns das Buch nun angeschafft (die neuste Auflage). Ist echt klasse. Vielen Dank für den guten Tipp!
    Grüsse Taxus

  2. 

    Als Gartenanfängerin beschäftige ich mich gerade zum ersten Mal mit dem Thema Mischkultur. Danke für den Buchtipp! 🙂

Trackbacks und Pingbacks:

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