Archive für Easyplant

Blüte einer Tomatenpflanze (Tasty Tumbler)

Im Duell „Tasty Tumbler“ von Easyplant vs. „Tumbling Tom“ von Kiepenkerl geht der erste Punkt an „Tasty Tumbler“. Heute ist die erste gelbe Blüte aufgeblüht. Aber der Vorsprung ist knapp: Auch die Tumbling Tom-Pflanzen haben schon viele Blütenknospen.

Interessant ist auch, dass die Easyplant-Tomatenpflanzen deutlich kleiner sind als die Tumbling Tom, die ich selbst aus Samen gezogen habe. Die Easyplant-Tomaten sind bislang nur etwas größer als 20 cm, die Kiepenkerl-Pflanzen sind dagegen schon sehr buschig und hängen über den Topfrand.

Es bleibt also weiterhin spannend, wer in den Kategorien „Erste Tomate“, „Tomatenmenge“, „Geschmack“ usw. den Titel holt.

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Vor zwei Wochen – als es noch sonnig und warm draußen war – habe ich meine Tomaten pikiert und in ihre Töpfe gesetzt. Dabei habe ich mal ein paar Fotos über das Vorgehen gemacht. Denn darüber, was in einen Blumentopf gehört, was das beste Wachstum ermöglicht und was ökologisch sinnvoll ist, gibt es viele Theorien. Ich halte es in diesem Punkt jedoch gern so einfach wie möglich.

Unbestritten das Wichtigste ist die Drainage, also die Entwässerung. Nahezu keine Pflanze mag Staunässe im Topf. Deshalb ist in Blumentöpfen unten immer ein Loch, klar. Bei Töpfen aus Kunststoff muss man immer noch mal nachschauen, dass die Löcher auch wirklich alle offen sind und verschlossene Löcher mit einem Messer oder einem Bohrer durchstoßen.

Um das Ableiten von überschüssigen Wasser zu unterstützen und damit Erde und Wurzeln das Loch nicht mit der Zeit verstopfen, füllt man dann als unterste Schicht eine Drainageschicht in den Topf. Dafür werden die unterschiedlichsten Materialien genutzt: Kies, Tonscherben, Styropor, Glaskugeln etc. Im Prinzip eignet sich alles was grob genug ist und nicht rostet oder sich auflöst.

Ich habe mich für Blähton zur Drainage entschieden. Denn Blähton hat wesentliche Vorteile gegenüber Kies:

  1. Blähton ist leicht. Gerade wenn man wie ich sieben Gemüsebeete drei Etagen nach oben tragen muss, ist das ein echter Vorteil.
  2. Blähton speichert Wasser. Auf diese Art ist die Erde unten im Topf immer noch etwas feucht, auch wenn oben schon alles im Sonnenlicht verdunstet ist.

Die Blähton-Kugeln, die ich verwende, sind etwa einen Zentimeter groß und eigentlich als Substrat für Hydrokulturen gedacht. Diesen Blähton gibt es in jedem Gartenmarkt – bei der Erde und den speziellen Substraten. Und natürlich bei Amazon.

Dann kommt das Substrat. In meinem Fall ist es einfache Blumenerde aus dem Gartenmarkt. Manche Gärtner mischen sich auch ihr eigenes Substrat aus Humus, Gartenerde, Sand, Perlit, Hornspänen, Torf und so weiter. Andere füllen verschiedene Substrate in verschiedenen Schichten in die Töpfe. Wie schon eingangs erwähnt: Da gibt es viele Philosophien, wenn man Hochleistungsgemüse will. Mich erinnert das aber immer eher an diverse Tipps zur Cannabiszucht im Kleiderschrank…

Nach der Erde die Pflanzen nicht vergessen. Vorsichtig ein Loch in das lockere Substrat drücken – je nach gewünschter Größe mit dem Finger, dem Pflanzholz, einem Blumentopf oder so. Die Pflanze ins Loch, vorsichtig mit Erde auffüllen, leicht andrücken und angießen. In frischer Erde brauchen die Pflanzen beim ersten Mal ordentlich Wasser. Das war’s dann auch schon.

PS: Auf dem Bild sind übrigens die Easyplant-Tomaten (Tasty Tumbler) zu sehen. Inzwischen haben sich die beiden Pflanzen ganz gut gemacht und sind richtig kräftig geworden. Ich habe sie auch schon ein paar mal an die frische Hamburger Luft gewöhnt –  immer nur für ein paar Stunden. Aber wenn die Eisheiligen nächste Woche vorbei sind, gehts endgültig raus.

Weil ich mit meinen selbstgezogenen Tomaten Mitte April schon etwas spät dran war – spätestens Mitte März ist Tomaten-Aussaat-Termin, sagt der Gartenfachmann – habe ich mich zu einem Experiment beschlossen:

Im Internet kann man Tomaten als Jungpflanzen bestellen – z.B. bei Baldur Garten. Die nennen diese Jungpflanzen „Easyplant“ und versenden die ganz normal per Paket. Das hat mich neugiereig gemacht. Wie kommen die Pflanzen an? Wie jung ist eine „Jungpflanze“? Und ist es wirklich so easy?

Ich hatte mir natürlich erhofft, dass ich neben meinen noch recht kleinen eigenen Tomatenpflänzchen (Tumbling Tom Red) mit der Bestellung ein paar Wochen Zeit gewinne und gleich ein paar kräftige Pflanzen habe. Hier meine Beobachtungen und Erfahrungen mit Versandhaus-Tomaten von Easyplant:

  • Lieferzeit: Das mit dem Vorsprung war schon mal nichts. Die Lieferung hat etwa 10 Tage gebraucht. In der Zwischenzeit waren meine eigenen Sprößlinge schon ein gutes Stück gewachsen.
  • Verpackung: Die Pflanzen kamen mit der Post. In einem Paket, gut mit Papier gepolstert, lag eine spezielle Plastik-Packung mit fünf Pflänzchen (s. Bild).
  • Größe: Die Jungplanzen sind tatsächlich noch sehr jung – vielleicht 14 Tage alt. Wenn man bedenkt, dass ich zehn Tage gewartet habe, hätte ich auch einfach selbst säen können.
  • Zustand: Im Internet liest man zu easyplant auch schlechte Erfahrungen, besonders im Bezug auf den Zustand der Pflanzen. Ich kann sagen: Alle fünf Pflanzen waren am Leben. Aber alle fünf Pflanzen hatten ihre Blessuren und zerquetschte Blätter. Außerdem waren die Wurzeln sehr trocken – aber das ist kein Wunder nach mehreren Tagen im Karton.

Wie ging es nach der Ankunft bei mir weiter?

Laut Anleitung soll man die trockenen Wurzeln leicht gießen und die Pflanzen noch etwa zwei Tage in der offenen Packung lassen. Danach habe ich die beiden kräftigsten in den Ampeltopf gepflanzt, in dem sie den Sommer über gedeihen sollen. Die restlichen Pflanzen habe ich in einzelne Anzuchttöpfe gesetzt, um gegebenenfalls Ersatz zu haben oder um welche zu verschenken.

Nach einer weiteren Woche bei mir zeigt sich jedoch, dass die Pflanzen im Ampeltopf tatsächlich auch die kräftigsten sind. Die sehen auch ganz ordentlich aus (s. Bild). Eine weitere Pflanze war nach etwas Erholungszeit noch schön genug, um sie zu verschenken. Aber die restlichen zwei Pflänzchen sind aber ganz schön mickrig.

Meine Erfolgsquote mit Easyplant ist also 3 von 5 – bis jetzt. Aber das Rennen geht gerade erst los. Ich werde den Sommer über sehr kritisch beobachten und berichten, welche meiner Ampeltomaten sich besser machen: Die selbstgezogenen Tumbling Tom Red mit Saatgut aus dem Max Bahr. Oder die Tasty Tumbler Easyplant-Jungpflanzen von Baldur.

Ich bin gespannt…

Fazit vom 07.03.2011:

Ich wollte eigentlich schon im Herbst ein Fazit schreiben, habe es aber vergessen. Der Vollständigkeit halber will ich es kurz nachholen:

  1. Das wichtigste vorweg: Das Easyplant-Experiment ist nur halb geglückt. Von fünf Pflanzen waren nur drei überlebensfähig und nur zwei stark genug, dass ich sie behalten habe.
  2. Die beiden Pflanzen, die es letztlich auf den Balkon geschafft haben, haben sich als sehr robust erwiesen. Im Herbst hatte ich allerdings sowohl bei meinen selbstgezogenen Tomaten als auch bei den Easyplant-Pflanzen ein Pilzproblem.
  3. Die Easyplant-Tomaten waren in etwa genau so ergiebig, wie die selbstgezogenen. Ich habe nicht genau nachgezählt, aber es war immer an beiden Töpfen etwas zu ernten.

Fazit:

Ich habe mich in 2011 entschieden, keine Easyplant-Tomaten wieder zu bestellen. Für die recht geringe Erfolgsquote sind die Pflanzen inklusive Versand dann doch ziemlich teuer. Darüber hinaus hat Easyplant keinen Vorteil, wenn man rechtzeitig mit der Anzucht beginnt. Und es macht so viel mehr Spaß, seinen selbstgezogenen Pflänzchen beim Wachsen zuzusehen.

Wenn man allerdings keine Möglichkeit zur Anzucht hat, dann kann an Easyplant durchaus in Erwägung ziehen. Man darf nur nicht davon ausgehen, dass alle Pflanzen überleben.