Anzucht im Mini-Gewächshaus – Kokos-Quelltabletten vs. Torf-Quelltabletten

2. April 2013 — 9 Kommentare

Gestern habe ich über das Kokos-Torf-Dilemma geschrieben. Für die Erde im Balkonkasten gibt es ja außer Kokos und Torf noch etliche ökologisch vertretbare Alternativen. Für die Anzucht von jungen Pflanzen jedoch nutze ich aus praktischen Gründen Quelltabletten und ein Anzucht-Gewächshaus. Dafür hatte ich schon vor Jahren eine große Packung Quelltabs gekauft. Und unwissend, wie ich war, habe ich natürlich Torf-Quelltabs gekauft.

Nachdem meine letzten torfhaltigen Tabletten in diesem Frühjahr endlich zur Neige gingen, habe ich mir also eine Alternative gesucht. Zu meiner freudigen Überraschung konnte ich feststellen, dass mein Stamm-Gartenmarkt gar keine Quelltabletten mit Torf mehr führt. Dort gibt es nur noch Kokos-Quelltabletten wie diese (Amazon-Link). Auch die kompostierbaren Anzuchttöpchen und Anzuchtschalen sind dort mittlerweile nur noch aus Kokos erhältlich. Ich habe in diesem Jahr also in meinem Anzuchtgewächshaus eine spannende Situation: Die letzten Torf-Quelltabletten konkurrieren mit den neuen Kokos-Quelltabletten.

Hier meine Beobachtungen:

  • Kokos quillt schneller.
  • Kokos ist grobkörniger.
  • Torf ist fester und dichter.
  • Torf schimmelt schneller.
  • Besonders auffällig: Die Keimrate ist im Kokos höher als im Torf. Da ich allerdings keine wissenschaftlichen Bedingungen habe und auch nur eine eher kleine Fallzahl, kann das auch an der Saatgut-Qualität und am Zufall liegen.

Hier mal ein Beweisfoto:

Quelltabletten Kokos vs. Torf

Das rötlichere Substrat links ist Kokos. Das dunklere auf der rechten Seite ist Torf. Deutlich ist zu sehen, dass Kokos bei der Keimrate die Nase vorn hat. Und das, obwohl die Torf-Quelltabs sogar noch einen Tag Vorsprung hatten. Aber wie gesagt: Das ist keine wissenschaftliche Studie und kann viele Gründe haben. Allerdings würde mich mal interessieren, ob ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen gemacht habt. Wenn ja würde ich mich über einen Kommentar freuen.

In den Amazon-Kommentaren steht übrigens vereinzelt, dass Pflänzchen in den Kokos-Tabs zu wenige Nährstoffe haben und deshalb eher eingehen. Ich werde das mal beobachten. Für so eine Aussage ist es bei mir definitiv noch zu früh.

Update vom 19. April 2013:

Auch mit zwei Wochen Abstand hat sich das Ergebnis nur erhärtet:

  • Die Keimrate bei Torf ist hinter der vom Kokos geblieben.
  • Kein einziges der Kokos-Tabs ist bisher geschimmelt.
  • Und was die Nährstoff-Armut angeht, die vereinzelt bei Amazon kritisiert wird: Ich kann das nicht bestätigen. Meine Pflänzchen stehen alle voll im Saft. Wenn sich daran noch was ändert, schreibe ich es natürlich hier rein.

Bis jetzt also: Klare Empfehlung für die Kokos-Tabs!

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9 Antworten zu Anzucht im Mini-Gewächshaus – Kokos-Quelltabletten vs. Torf-Quelltabletten

  1. 

    Interessant, mal andere Erfahrungen zu lesen. Ich habe bisher nur wenig Kokosquelltabletten (eckige und größere) genutzt und ansonsten Anzuchterde – in der, wie ich fürchte, Torf enthalten ist. Ich werde wohl in Zukunft auch stärker auf den Inhalt achten, da mich das Thema gerade auch enorm verfolgt. Meine ersten Erfahrungen: Ich hatte das Gefühl, dass Kokos schneller austrocknet (v.a. die obere Schicht) und bei mir in manchen Kokos-Tabletten die Samen schlechter gekeimt (aber nur bei eh wiederspenstigerem Saatgut, hatte ich das Gefühl). Dadurch dass die Oberfläche beim Kokos gröber und lockerer ist, musste ich auch mehr aufpassen, dass das Saatgut und die Keimlinge beim Besprühen/Giessen da bleiben, wo sie hin sollen. – Was meine Kräuteraussaaten angeht, kann ich nach ein paar Monaten aber sagen, dass sich die Keimlinge aus beiden Arten der Erde gleichgut entwickelt haben. Ich habe die Keimlinge aber immer nach ein paar Wochen einzeln in Erde gesetzt (da ich sie zu großzügig ausgesät hatte und vereinzeln musste), so dass sie kaum eine Chance hatten wieder einzugehen.

  2. 

    Hallo,
    vielen Dank für deinen tollen Blog und die vielen Infos.
    Nach meinem Umzug im letzten Jahr, gehört nun auch eine kleine Loggia zu meinem Wohnraum. Und die will ordentlich begrünt werden, sobald sich der Frühling blicken läßt.
    Ich werde auf jedenfall häufiger vorbeischauen.
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Cornelia

  3. 

    Schön, dass hier wieder was passiert 😉 Ich nutze auch Kokosfasern und finde, man muss öfters gießen und düngen, aber sonst macht sie sich gut.

  4. 

    ich stehe gerade wegen den Verschimmeln mittlerweile garnichtmehr auf diese Quelltöpfle, ich nehme einen alten Blumenkasten mit Aufzuchterde und vereinzelne hinterher – ist zudem gut fürs wurzelwachstum

  5. 

    Ist das Problem mit dem Verschimmeln so groß?

    • 

      Ich habe das Verschimmeln der Torfquelltabs nie als echtes Problem gesehen. Ich schäle meine Pflänzchen jedes Jahr aus dem Quelltab, um einem ähnlichen Effekt wie beim Vereinzeln zu erreichen. Das Substrat aus dem Quelltab vermische ich mit der neuen Erde im Topf. In der Regel ist nur die äußere Haut des Tabs schimmelig, und die schmeiß ich eh weg. Im richtigen Topf hatte ich jedenfalls noch Schimmel. Von daher: wenn man nicht gerade eine Schimmelallergie hat, dann ist der Schimmel meiner Erfahrung nach kein Problem.

  6. 

    Hallo! 🙂 ich bin soeben auf deinen Blog gestoßen auf der Suche nach ein paar weiteren Inspirationen für meinen Terrassengarten…

    Der größte Nachteil von Torfquelltabs ist wohl, dass sie Torf enthalten (ja, Überraschung ;)). Torf ist ein Naturprodukt, das aus Mooren gewonnen wird, die dazu trockengelegt werden müssen. D.h. am Ende werden diese Moore für die Torfgewinnung unwiederbringlich zerstört.
    Pflanzen haben durch torffreie Erde und torffreie Anzucht keinerlei Nachteil, das funktioniert alles genauso gut, wenn nicht sogar besser.

  7. 

    Hallo zusammen. ich verwende mittlerweile weder Torf, noch Kokos-Tabletten. Aus altem Zeitungspapier mach ich mir selber kleine Töpfchen und fülle sie mit Erde (natürlich Torffrei 🙂 ) Ist total einfach und schnell gemacht. Ich roll die Streifen um eine Rolle Plastik-Schnapsgläschen 🙂 dann haben sie den gleichen Durchmesser, wie die Tabs und passen somit in die Vertiefungen der Anzuchtschale. Für den Boden etwas Zeitung überstehen lassen, nach innen falten und festdrücken. Die Erde ist zudem lockerer und ich kann die Samen leichter einsäen.

  8. 

    Ich bin seit Jahren großer Fan der Kokos-Quelltabs. Ich finde, dass die Samen darin super keimen, wenn ein paar Blättchen an der Pflanze dran sind, topfe ich sie in größere Gefäße. Anzuchterde habe ich schon in verschiedensten Varianten probiert (verschiedene Sorten, direkt in der Saatschale, im Eierkarton, in Papiertöpfchen,…) und hatte da immer Probleme mit Schimmel. Dei den Kokostabs hat bei mir noch nie was geschimmelt.

    Lustig, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind!
    #teamkokos

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