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Ein Kollege hat mich neulich auf die Webseite des Projekts Window Farms hingewiesen. Dabei geht es um den Versuch, in Fenstern von New Yorker Wohnungen das ganze Jahr über Obst und Gemüse anzubauen und zu ernten. Dazu werden Hydrokulturen in vertikalen Konstruktionen aus Schläuchen und leeren Colaflaschen in Fenster gehängt. Eine Pumpe sorgt dafür, dass die Window Farm sich selbst gießt. Spezieller Dünger sorgt für die nötigen Nährstoffe.

Bild: "outside_in" von soldier child

Die Initiatoren haben zwei Ziele:

  1. Einen Windowfarming-Trend in New York City und anderen dichtbesiedelten Städten zu starten und Leuten zu helfen, einen Teil Ihrer Nahrung das ganze Jahr über im Wohnungsfenster zu züchten.
  2. Normalen Leuten die Möglichkeit geben, bei der Erforschung und Entwicklung dieser „vertikalen hydroponischen nahrungsliefernden Vorhängen“ zusammenzuarbeiten auf der Community-Seite auf our.windowfarms.org.

Die Künstler Britta Riley und Rebecca Bray haben im Februar 2009 die erste Window Farm installiert und haben ihre Baupläne, Fotos und Erfahrungen online zur Verfügung gestellt. Inzwischen sind über 12.000 User auf our.windowfarms.org angemeldet. Es gibt eine Flickr-Gruppe. Und es wird fast alles angebaut, was in einen Garten gehört: Erdbeeren, Tomaten, Salat, Bohnen, Erbsen, Kräuter etc. Sie wollen so einen Beitrag zur Reduktion von CO2 leisten, da in den USA Nahrungsmittel mit Trucks besonders weit quer durch den Kontinent in die Ballungsräume gefahren werden. Außerdem lernen Städter so, wie Essen eigentlich entsteht.

Den Gedanken finde ich ja durchaus sympathisch. Und dennoch passt die Idee nicht ganz in meine Biobalkon-Philosophie. Wenn die ganze Zeit eine elektrische Pumpe zum Gießen laufen muss, ist das nicht nur laut, sondern auch unökologisch. Aber klar, wie sollen die hängenden Hydrokuluren sonst feucht bleiben.

Womit wir bei Kritikpunkt zwei wären: Warum Hydrokulturen? Diese Pflanzen wachsen ohne echte Erde auf. Damit sie überhaupt leben, wird dem Wasser ein spezieller Dünger beigemischt. Natürlich sind Hydrokulturen vergleichsweise sauber und pflegeleicht. Aber mit Gärtnern haben diese Hightech-Mini-Farmen nicht viel zu tun.

Vielleicht bin ich da aber auch zu konservativ in meiner Gartenphilosophie…

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Die erste Erdbeerblüte 2010 auf dem Biobalkon

An allen drei Erdbeerpflanzen (Vierländer „Altbekannte Erdbeere“) haben sich in den letzten Tagen endlich die Blüten geöffnet. Bei dem trüben und kalten Wetter kann ich es den Pflanzen ja kaum verübeln, dass sie sich nicht so richtig raus trauen. Aber ab morgen sind die Eisheiligen vorbei. Und dann geht es hoffentlich richtig zur Sache im Erdbeerbeet. Die erste Hummel war ja heute schon zum Beschnuppern da…

Nachtrag:
Der Erdbeeranbauer hat am 15. Mai ein paar Tipps gebloggt, was jetzt im Mai bei Erdbeeren zu tun ist. mein Lieblingstipp:

„Beobachten sie die Pflanzen jetzt beim Blühen, es sieht prachtvoll aus!“