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Ja, er lebt noch!

3. Mai 2015 — 1 Kommentar
Die eine Hälfte vom Biobalkon

Die eine Hälfte vom Biobalkon

Einige Leser haben mich schon gefragt, wann ich mal wieder was blogge. Die Antwort: Jetzt! In den letzten beiden Sommern hatte ich ja leider einen Nordbalkon und deshalb weder viel Freude am Gärtnern noch besonders schöne Themen für das Blog.

Aber damit ist jetzt Schluss: Seit letztem Herbst haben wir eine schöne Wohnung in Hamburg-Eimsbüttel mit einem sehr sonnigen Südbalkon. Die Tomaten sind schon eingepflanzt, die ersten Radieschen sogar schon geerntet. Und es gibt noch mehr, was ich euch in den nächsten Wochen hier zeigen kann.

Bis dann!

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Wenn man – anders als ich – richtig Platz auf seinem Balkon hat, dann kann man natürlich auch mehr machen. In diesem Forums-Thread zum Beispiel zeigt Nutzer katekit einen tollen Balkongarten voller Gemüse. Es gibt sogar ein Video:

 

Tja, da werd glatt ich ein bisschen neidisch. Vielleicht sollte ich doch noch vor dem Sommer umziehen. Weiß zufällig jemand eine schöne 2,5-3,5-Zimmer-Wohnung in Hamburg. Natürlich mit großem, sonnigem Balkon? Miete bis 850 Euro warm, Stadtteil zweitrangig. Ich mein’s Ernst!

Einer der Leser des Schrot&Korn-Artikels hat mich per eMail gefragt, welche Erde ich eigentlich verwende. „Doch wohl hoffentlich nicht die aus dem Supermarkt.“ Das ist eine gute Frage, auch wenn meine Antwort ernüchternd ist: Ich verwende Standard-Balkonkastenerde aus dem Gartenmarkt um die Ecke.

Das liegt zum einen daran, dass ich mir und meiner Umwelt ein eigenes Auto erspare und meine Erde daher tragen muss. Zum anderen daran, dass der Gartenmarkt um die Ecke eine eher eingeschränkte Auswahl hat. Dennoch gibt es ein paar Sachen, auf die man als umweltbewusster Balkon-Gärtner achten kann und sollte.

Zwei Hände halten ein bisschen mit Humus angereicherte sandige Erde.
Foto: Dirt before and after von RJL20 (CC BY-SA)

1. Am liebsten selbstgemachte Komposterde

Das beste, was dem Balkongarten passieren kann, ist natürlich Komposterde aus dem eigenen Garten. In der Stadt ist das allerdings ein Problem – wer hat schon einen Komposter oder Komposthaufen im Hinterhof. Es gibt jedoch Alternativen – z.B. den kleinen Balkon-Komposter (PDF) oder eine Wurmfarm. Für meinen Balkon und meine kleine Wohnung ist leider beides nicht geeignet.

Kompost kann man aber auch fertig kaufen. Im Gartenmarkt, natürlich. Ein Geheimtip ist jedoch die Müllabfuhr: In vielen Städten verkauft die Stadtreinigung den Kompost, der aus dem abgeholten Biomüll produziert wird, zu Spitzenpreisen. In Hamburg beispielsweise kosten 30 Liter gerade mal 3 Euro – größere Mengen gibt es noch viel billiger. Der Haken: Man muss die Erde selbst abholen.

2. Keine Erde aus Hochmoortorf

In fast allen günstigen Erden, die man so kaufen kann, ist zumindest ein Anteil an Torf enthalten. Dieser Torf stammt in der Regel aus Hochmooren. Diese einzigartigen, Jahrtausende alten Biotope werden durch den Abbau des Torfs großflächig zerstört und erholen sich auch nach einer „Renaturierung“ nie mehr vollständig.

Der Gartengnom hat das Torf-Verhängnis noch ausführlicher erklärt.

3. Kein Guano-Anteil

Eine absolute Bio-Mogelpackung ist Guano. Guano ist kurz gesagt Vogelscheiße. Das klingt zwar wie Bio-Dünger und immerhin besser als Chemie. Bei genauer Betrachtung ist Guano jedoch nicht ökologisch, da sein Abbau unter anderem den Humboldt-Pinguinen in Chile den Lebensraum nimmt. Auch hierzu hat der Gartengnom einen lesenwerten Artikel.

4. Transportwege beachten

Selbst wenn Erde ohne Torf und Guano ist, ist sie noch lange nicht ökologisch. Denn dafür ist auch ausschlaggebend, wie weit die Erde bis zu euch transportiert werden musste – Stichwort CO₂ und Klimabilanz. Die beste Wahl in dieser Hinsicht ist natürlich die Erde, die direkt vor eurer Haustür oder in eurem Garten ist. Oder die, die ihr wenigstens selbst zu Fuß transportieren könnt.

Fazit: Bio-Erde ist nicht immer ökologisch

Je nach Zusammensetzung und Transportweg ist Erde im Sack etwas mehr oder weniger Unökologisches. Wenn es – wie in meinem Fall – unbedingt Sackerde sein muss, dann sollte man wenigstens auf Torf und Guano achten. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Die beste Erde ist die, die man schon hat. Und mit frischem Kompost oder eigenem Dünger kann man jede Erde veredeln. (Einen Artikel zum Dünger bereite ich vor, versprochen.)