Archive für Eisheilige

Dieses Jahr habe ich mir mit der Anzucht der Tomaten Zeit gelassen. In den vergangenen Jahren konnte ich es oft nicht abwarten und habe schon Ende Januar die ersten Tomatensamen quellen lassen. Das hat sich nicht so bombig bewährt:

  1. Im Februar ist es in Hamburg einfach noch nicht sonnig genug. Das führt dazu, dass die kleinen Pflänzchen in der Heizungswärme zwar prächtig aufgehen, aber dann das Licht suchen, lang und geil wachsen und leider eher schwach werden.
  2. Die Pflanzen brauchen mehr Platz. Je früher die Pflanzen ausgesät werden, desto länger müssen sie drin bleiben. Normalerweise kommen Tomaten erst frühestens nach den Eisheiligen auf den Balkon – also frühestens Mitte Mai, in kalten Jahren sogar erst Ende Mai. Von Ende Januar bis Ende Mai sind es vier Monate – in der Zeit wachsen Tomaten schon ganz beachtlich. Und je größer die Planzen werden, desto enger wird es auf dem Fensterbrett.
  3. Unser Balkon ist – wie bereits beschrieben – ein Nordwestbalkon mit Nachmittagssonne. Aber erst ab April – davor fällt kein Sonnenstrahl auf den Balkon. Es würde den kleinen Licht-Liebhabern also gar nichts bringen, wenn ich sie schon vor den Eisheiligen stundenweise raussetze. Dazu ist es einfach noch nicht hell genug.

Jetzt hoffe ich, dass mein Plan aufgeht und dass ich im Mai ein paar schöne, gesunde und kräftige Tomatenpflanzen habe. Dass der Sommer warm und lang wird. Und dass es überhaupt mal langsam Frühling wird!

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Meine Leserin LeckerMone hat mich auf ein interessantes Thema aufmerksam gemacht. Derzeit haben wir ja die sogenannten Eisheiligen, also die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai, an denen es nach alten Bauernregeln die letzten Nachtfröste geben kann. Für Bauern und Gärtner sind die Eisheiligen traditionell ein wichtiges Datum, da viele Sorten, die nicht frosthart sind, erst nach diesen Tagen sicher ausgesät werden können. Auch Pflanzen aus dem Treibhaus oder dem Frühbeet können erst dann gefahrlos ins Freie gepflanzt werden, wenn es nicht mehr friert. Die alte Bauernregel ist für viele Gärtner quasi verbindlich – zum Beispiel auch für LeckerMone.

Achtung, wichtig: Was die moderne Meteorologie sagt
Kurz zusammengefasst sagt auch die moderne Meteorologie, dass es bis Mitte Mai durchaus noch frostige Nächte geben kann. Nur beim Datum spricht die Wetterstatistik eine andere Sprache. Denn statistisch gesehen kommt es erst etwa eine Woche nach dem 15. Mai regelmäßig zu einem Temperaturabstieg. Auf Wikipedia ist das schön zusammengefasst.

Was heißt das für Balkongärtner?
Als Balkongärtner können wir den Eisheiligen relativ entspannt entgegenblicken – egal, ob diese oder nächste Woche. Denn in der Regel sind Balkons windgeschützt und durch die Nähe zur Hauswand auch nicht so frostanfällig wie weite Felder. Außerdem sind unsere Töpfe und Kästen mobil. Wenn der Wetterbericht Frost ansagt, können wir besonders empfindliche Pflanzen notfalls hereinholen.

Aber LeckerMone hat natürlich absolut Recht, ihre Tomaten erst in ein paar Tagen endgültig rauszustellen. Denn als südamerikanische Einwandererin ist die Tomate besonders kälteempfindlich. Aus eigener Erfahrung mit kaltem Wind und kaltem Regen weiß ich, dass meine Tomaten selbst bei nächtlichen Temperaturen um 8 Grad schnell mitgenommen aussehen. Bei Tomaten und Chili kann man also durchaus noch bis zum Juni den Wetterbericht studieren und die Pflanzen wenn nötig ins Warme stellen.