Archive für Balkonkasten

Einer der Leser des Schrot&Korn-Artikels hat mich per eMail gefragt, welche Erde ich eigentlich verwende. „Doch wohl hoffentlich nicht die aus dem Supermarkt.“ Das ist eine gute Frage, auch wenn meine Antwort ernüchternd ist: Ich verwende Standard-Balkonkastenerde aus dem Gartenmarkt um die Ecke.

Das liegt zum einen daran, dass ich mir und meiner Umwelt ein eigenes Auto erspare und meine Erde daher tragen muss. Zum anderen daran, dass der Gartenmarkt um die Ecke eine eher eingeschränkte Auswahl hat. Dennoch gibt es ein paar Sachen, auf die man als umweltbewusster Balkon-Gärtner achten kann und sollte.

Zwei Hände halten ein bisschen mit Humus angereicherte sandige Erde.
Foto: Dirt before and after von RJL20 (CC BY-SA)

1. Am liebsten selbstgemachte Komposterde

Das beste, was dem Balkongarten passieren kann, ist natürlich Komposterde aus dem eigenen Garten. In der Stadt ist das allerdings ein Problem – wer hat schon einen Komposter oder Komposthaufen im Hinterhof. Es gibt jedoch Alternativen – z.B. den kleinen Balkon-Komposter (PDF) oder eine Wurmfarm. Für meinen Balkon und meine kleine Wohnung ist leider beides nicht geeignet.

Kompost kann man aber auch fertig kaufen. Im Gartenmarkt, natürlich. Ein Geheimtip ist jedoch die Müllabfuhr: In vielen Städten verkauft die Stadtreinigung den Kompost, der aus dem abgeholten Biomüll produziert wird, zu Spitzenpreisen. In Hamburg beispielsweise kosten 30 Liter gerade mal 3 Euro – größere Mengen gibt es noch viel billiger. Der Haken: Man muss die Erde selbst abholen.

2. Keine Erde aus Hochmoortorf

In fast allen günstigen Erden, die man so kaufen kann, ist zumindest ein Anteil an Torf enthalten. Dieser Torf stammt in der Regel aus Hochmooren. Diese einzigartigen, Jahrtausende alten Biotope werden durch den Abbau des Torfs großflächig zerstört und erholen sich auch nach einer „Renaturierung“ nie mehr vollständig.

Der Gartengnom hat das Torf-Verhängnis noch ausführlicher erklärt.

3. Kein Guano-Anteil

Eine absolute Bio-Mogelpackung ist Guano. Guano ist kurz gesagt Vogelscheiße. Das klingt zwar wie Bio-Dünger und immerhin besser als Chemie. Bei genauer Betrachtung ist Guano jedoch nicht ökologisch, da sein Abbau unter anderem den Humboldt-Pinguinen in Chile den Lebensraum nimmt. Auch hierzu hat der Gartengnom einen lesenwerten Artikel.

4. Transportwege beachten

Selbst wenn Erde ohne Torf und Guano ist, ist sie noch lange nicht ökologisch. Denn dafür ist auch ausschlaggebend, wie weit die Erde bis zu euch transportiert werden musste – Stichwort CO₂ und Klimabilanz. Die beste Wahl in dieser Hinsicht ist natürlich die Erde, die direkt vor eurer Haustür oder in eurem Garten ist. Oder die, die ihr wenigstens selbst zu Fuß transportieren könnt.

Fazit: Bio-Erde ist nicht immer ökologisch

Je nach Zusammensetzung und Transportweg ist Erde im Sack etwas mehr oder weniger Unökologisches. Wenn es – wie in meinem Fall – unbedingt Sackerde sein muss, dann sollte man wenigstens auf Torf und Guano achten. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Die beste Erde ist die, die man schon hat. Und mit frischem Kompost oder eigenem Dünger kann man jede Erde veredeln. (Einen Artikel zum Dünger bereite ich vor, versprochen.)

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Chilipflanze im Balkonkasten

Heute habe ich es endlich geschafft, meine selbstgezogene Chilipflanze auszupflanzen. Eigentlich ist es schon etwas spät, die Pflanze hat schon die ersten Blütenansätze. Aber ich hatte ein wenig Angst vor den letzten Nachtfrösten. Die sind jetzt laut Wetterprognose in Hamburg nicht mehr zu erwarten. Also hängt meine Chilipflanze jetzt im Balkonkasten in der Sonne – in Mischkultur übrigens mit Schnittlauch, der jetzt, im zweiten Jahr, so richtig kräftig treibt.

Ich habe im letzten Jahr einiges ausprobiert auf meinem Balkon. Hier will ich zusammenfassen, was ich in diesem Jahr wieder anbauen werde udn was ich lieber lasse.

Bewährt haben sich:

  1. Erdbeeren: Haben sich in der Südseiten-Sonne prächtig entwickelt. Sind auf jeden Fall auch 2011 wieder dabei. (siehe auch: Erdbeeren – von der Blüte zur Frucht und Warum man reife Erdbeeren nur ernten, aber nicht kaufen kann.)
  2. Tomaten: Auch die Tomaten werden in 2011 wieder angebaut. Sie brauchen viel Wasser, besonders im Hochsommer. Aber durch die ständige Sonne werden sie aromatisch und knallrot. Ich habe allerdings den Verdacht, dass meine Tomaten im letzten Jahr ein Problem mit dem Wind und dem Regen hatten. Sie waren dem Wetter ungeschützt ausgesetzt und haben sich im Herbst verfärbt und Früchte verloren. (siehe auch: Tomaten von Easyplant – Ein Erfahrungsbericht und Was einmal Tomaten werden will…)
  3. Kräuter: Gehören auf jeden Balkon. Am besten in Mischkultur mit anderen Pflanzen. Für Dill, Basilikum, Schnittlauch, Knoblauch oder Bohnenkraut ist immer irgendwo Platz.
  4. Pflücksalat: Dieses Jahr werde ich mehr Pflücksalat anbauen. Das hat gut geklappt und war immer eine leckere Abwechslung. Spätestens im Mai säe ich mindestens zwei Sorten in zwei Kästen aus. (siehe auch: Pflücksalat auf dem Balkon.)
  5. Feldsalat: Ist ein gutes, pflegeleichtes Balkon-Gemüse. Da Feldsalat winterhart ist, eignet er sich besonders zur Überbrückung der radieschenarmen Jahreszeit zwischen September und Mai. (siehe auch: Die Erste Ernte des Jahres: Feldsalat)
  6. Radieschen: Funktionieren das ganze Jahr über, besonders aber im Frühling und Frühsommer. (siehe auch: Die Radieschensaison ist eröffnet!)
  7. Chili: Ich versuche es noch einmal. Eigentlich müsste ich ganz gute Bedingungen für Chili haben, obwohl ich letztes Jahr eine armselige Ernte hatte: Nur eine Schote. (siehe auch: Neu auf dem Biobalkon: Chili)
  8. Wiesenblumen: Schon allein weil sie die Hummeln anziehen. Und weil sie gut aussehen.
  9. Bäume: Eine kleine Eiche im Topf, ein Mammutbaum und eine Gleditsie haben nach dem Winter wieder ausgetrieben. Sie werden bald wieder auf dem Fensterbrett stehen. (siehe auch: In jeden Garten gehört ein Baum)

Nicht mehr dabei sind:

  1. Bohnen: Ich hatte zwar eine passable Ernte. Aber die Pflanzen waren so durstig, dass ich im Hochsommer zwei bis drei mal täglich gießen musste. Für Bohnen muss die Erde offenbar tiefer sein.
  2. Rucola: Das hat aus irgendeinem Grund gar nicht funktioniert. Andere Balkongärtner berichten Gutes, ich kann das leider nicht bestätigen. In diesem Jahr werde ich dafür mehr Kräuter und Pflücksalat anbauen.

Chilipflanze im Balkonkasten

Ich erzähle ja so ziemlich jedem von meinem Balkon-Garten. Und oft höre ich dann, welche Garten-Experimente andere so auf ihren Balkons machen. Mein Kollege Thorben beispielsweise ist einerseits Bonsai-Fan (und Designer von stylishen Beton-Bonsai-Töpfen), andererseits baut er Tomaten in Kübeln und Chilis in Töpfen an. Und er war so großzügig, mir eine seiner Chilipflanzen abzutreten.

Danke Thorben!

Anfangs hatte es die Chilipflanze nicht ganz leicht: Der Wind hier oben im dritten Stock kann für eine junge Pflanze schon ein Schock sein. Nachdem ich die Chili angebunden hatte, hat sie sie jedoch schnell erholt. Inzwischen ist die Pflanze zwar klein, aber sie treibt viele Blüten und hat auch schon die ersten Schoten.

Da freu ich mich doch schon auf Spaghetti all‘ Arrabiata mit meinen Tomaten und den eigenen Chilis…

Diese Erdbeeren können noch einen oder zwei Tage reifen.

Inzwischen ist es schon fast wieder drei Wochen her. Aber ich wollte euch nicht vorenthalten, dass ich inzwischen meine ersten Erdbeeren geerntet habe.

Dabei ist mir mal wieder bewusst geworden, warum selbstgeerntete Erdbeeren so viel leckerer sind, als gekaufte: Die gekauften Erdbeeren sind nicht richtig reif! Ich lasse meine Erdbeeren gern so lange hängen, bis die Nüsschen – das sind die kleinen gelb-braunen Punkte – auch fast dunkelrot sind. Dann sind die Erdbeeren herrlich aromatisch, weich, saftig und auch innen tiefrot.

Als Erdbeerbauer und Händler kann man sich diesen Reifegrad aus zwei Gründen nicht erlauben:

  1. Reife Erdbeeren sind weich und bekommen schnell Druckstellen. Dann sehen sie natürlich nicht mehr lecker aus und verkaufen sich schlecht – obwohl sie immer noch vorzüglich schmecken.
  2. Reife Erdbeeren sind nicht so lang haltbar und lagerfähig. Eine reif gepflückte Erdbeere ist schon nach 24 Stunden kühler Lagerung unansehnlich und verändert ihren Geschmack.

Für Bauern und Händler ist das ein hohes Risiko, deshalb werden Erdbeeren schon gepflückt und verkauft, sobald sie einigermaßen rot sind. Je nach Sorte können diese halbreifen Erdbeeren durchaus aromatisch sein. Ich kaufe selbst mehrere Schalen im Jahr. Aber wenn man den Vergleich hat, dann schmeckt man den Unterschied schon deutlich.

Und deshalb ist es ein großes Glück, dass man Erdbeeren so leicht auf dem Balkon selber anbauen kann.

PS: Die Erdbeeren auf dem Foto können übrigens noch gut einen oder zwei Tage Sonne vertragen.

Blüte einer Tomatenpflanze (Tasty Tumbler)

Im Duell „Tasty Tumbler“ von Easyplant vs. „Tumbling Tom“ von Kiepenkerl geht der erste Punkt an „Tasty Tumbler“. Heute ist die erste gelbe Blüte aufgeblüht. Aber der Vorsprung ist knapp: Auch die Tumbling Tom-Pflanzen haben schon viele Blütenknospen.

Interessant ist auch, dass die Easyplant-Tomatenpflanzen deutlich kleiner sind als die Tumbling Tom, die ich selbst aus Samen gezogen habe. Die Easyplant-Tomaten sind bislang nur etwas größer als 20 cm, die Kiepenkerl-Pflanzen sind dagegen schon sehr buschig und hängen über den Topfrand.

Es bleibt also weiterhin spannend, wer in den Kategorien „Erste Tomate“, „Tomatenmenge“, „Geschmack“ usw. den Titel holt.

Erntereifes Radieschen in der Erde.

Ich habe lange nichts gepostet. Das Wetter in Hamburg war einfach zu schön, um vor dem Rechner zu sitzen. Aber es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Neuigkeit Nr. 1: Die ersten Radieschen sind reif – und inzwischen auch schon aufgegessen. Lecker!

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass die Radieschen schärfer werden, wenn sie ein paar Tage aus der Erde schauen. Aber nicht zu lang warten mit der Ernte, sonst werden die Radieschen holzig.

In zwei anderen Balkonkästen habe ich noch mehr Radieschen in Mischkultur. Die nächste Ernte ist bald fertig.

Frisches Radieschen, mit Wurzel und Blattgrün.

Vor zwei Wochen – als es noch sonnig und warm draußen war – habe ich meine Tomaten pikiert und in ihre Töpfe gesetzt. Dabei habe ich mal ein paar Fotos über das Vorgehen gemacht. Denn darüber, was in einen Blumentopf gehört, was das beste Wachstum ermöglicht und was ökologisch sinnvoll ist, gibt es viele Theorien. Ich halte es in diesem Punkt jedoch gern so einfach wie möglich.

Unbestritten das Wichtigste ist die Drainage, also die Entwässerung. Nahezu keine Pflanze mag Staunässe im Topf. Deshalb ist in Blumentöpfen unten immer ein Loch, klar. Bei Töpfen aus Kunststoff muss man immer noch mal nachschauen, dass die Löcher auch wirklich alle offen sind und verschlossene Löcher mit einem Messer oder einem Bohrer durchstoßen.

Um das Ableiten von überschüssigen Wasser zu unterstützen und damit Erde und Wurzeln das Loch nicht mit der Zeit verstopfen, füllt man dann als unterste Schicht eine Drainageschicht in den Topf. Dafür werden die unterschiedlichsten Materialien genutzt: Kies, Tonscherben, Styropor, Glaskugeln etc. Im Prinzip eignet sich alles was grob genug ist und nicht rostet oder sich auflöst.

Ich habe mich für Blähton zur Drainage entschieden. Denn Blähton hat wesentliche Vorteile gegenüber Kies:

  1. Blähton ist leicht. Gerade wenn man wie ich sieben Gemüsebeete drei Etagen nach oben tragen muss, ist das ein echter Vorteil.
  2. Blähton speichert Wasser. Auf diese Art ist die Erde unten im Topf immer noch etwas feucht, auch wenn oben schon alles im Sonnenlicht verdunstet ist.

Die Blähton-Kugeln, die ich verwende, sind etwa einen Zentimeter groß und eigentlich als Substrat für Hydrokulturen gedacht. Diesen Blähton gibt es in jedem Gartenmarkt – bei der Erde und den speziellen Substraten. Und natürlich bei Amazon.

Dann kommt das Substrat. In meinem Fall ist es einfache Blumenerde aus dem Gartenmarkt. Manche Gärtner mischen sich auch ihr eigenes Substrat aus Humus, Gartenerde, Sand, Perlit, Hornspänen, Torf und so weiter. Andere füllen verschiedene Substrate in verschiedenen Schichten in die Töpfe. Wie schon eingangs erwähnt: Da gibt es viele Philosophien, wenn man Hochleistungsgemüse will. Mich erinnert das aber immer eher an diverse Tipps zur Cannabiszucht im Kleiderschrank…

Nach der Erde die Pflanzen nicht vergessen. Vorsichtig ein Loch in das lockere Substrat drücken – je nach gewünschter Größe mit dem Finger, dem Pflanzholz, einem Blumentopf oder so. Die Pflanze ins Loch, vorsichtig mit Erde auffüllen, leicht andrücken und angießen. In frischer Erde brauchen die Pflanzen beim ersten Mal ordentlich Wasser. Das war’s dann auch schon.

PS: Auf dem Bild sind übrigens die Easyplant-Tomaten (Tasty Tumbler) zu sehen. Inzwischen haben sich die beiden Pflanzen ganz gut gemacht und sind richtig kräftig geworden. Ich habe sie auch schon ein paar mal an die frische Hamburger Luft gewöhnt –  immer nur für ein paar Stunden. Aber wenn die Eisheiligen nächste Woche vorbei sind, gehts endgültig raus.

Die erste Erdbeerblüte 2010 auf dem Biobalkon

An allen drei Erdbeerpflanzen (Vierländer „Altbekannte Erdbeere“) haben sich in den letzten Tagen endlich die Blüten geöffnet. Bei dem trüben und kalten Wetter kann ich es den Pflanzen ja kaum verübeln, dass sie sich nicht so richtig raus trauen. Aber ab morgen sind die Eisheiligen vorbei. Und dann geht es hoffentlich richtig zur Sache im Erdbeerbeet. Die erste Hummel war ja heute schon zum Beschnuppern da…

Nachtrag:
Der Erdbeeranbauer hat am 15. Mai ein paar Tipps gebloggt, was jetzt im Mai bei Erdbeeren zu tun ist. mein Lieblingstipp:

„Beobachten sie die Pflanzen jetzt beim Blühen, es sieht prachtvoll aus!“

Brauseaufsätze, die auf normale PET-Flaschen passen.

Bisher habe ich meine Balkonkästen und überhaupt alle meine Pflanzen mit einer PET-Flasche gegossen. Dabei kann man aber weder vernünftig dosieren, noch kann man das Wasser gut verteilen. Das Ergebnis war, dass ich immer viel zu viel gegossen habe und dabei auch noch die Erde von den Wurzeln weggeschwemmt habe.

Damit ist jetzt Schluss! Letzte Woche kamen meine Flaschengießaufsätze (Amazon-Link) von Gärtner Pötschke. Dabei handelt es sich um Brauseaufsätze, die man auf handelsübliche PET-Flaschen schrauben kann.

Im Päckchen sind drei Brauseaufsätze mit unterschiedlich feinen Löchern für unterschiedlich feine Wassertropfen. Und eine Spitze, mit der man gezielt kleinste Wassermengen gießen kann.

Fazit nach einer Woche in Betrieb:

  • Sieht witzig aus
  • Funktioniert hervorragend – am besten auf einer flexiblen PET-Flasche, damit man drücken kann
  • Spart Gießwasser