Archive für Balkon

Seit mich vor einiger Zeit ein Artikel vom Gartengnom auf die Torf-Problematik aufmerksam gemacht hat, drehe ich jeden Sack Erde zweimal um. Ich habe über die Auswahl der Erde auch bereits gebloggt. Damals hat ein Kommentator Kokosubstrat in gepressten Briketts empfohlen. Diese gibt es schon seit längerem im Biohandel und in Fair-Trade-Geschäften. Ich war damals jedoch skeptisch, denn Kokospalmen sind in Norddeutschland nicht heimisch – Kokoserde muss also zu uns geschifft werden. Außerdem gibt es im Gartenhandel durchaus Erde ohne Torfanteil. Dennoch schrieb ich, ich wolle der Sache eine Chance geben.

Hier einmal ein paar Überlegungen zu Kokos und Torf aus ökologischer Sicht:

  1. Optimal ist beides nicht.
  2. Torfabbau zerstört Moore – ein Biotop, das Jahrhunderte braucht, um zu wachsen.
  3. Kokos wird aus Übersee hierher gebracht. Torf gibt es – zumindest in Norddeutschland – vor der Haustür.
  4. Über Jahrhunderte war der Abbau und die Nutzung von Torf ein alltäglicher Nebeneffekt der Trockenlegung der Moore. Nur so konnten in Norddeutschland ausreichend Flächen für die Landwirtschaft entstehen. Torf wurde als Heizmaterial genutzt. In Teilen Schottlands wird immer noch über brennendem Torf Gerstenmalz getrocknet – der Torfrauch verleiht vielen außergewöhnlichen Whiskys seinen Charakter. Aber: Inzwischen sind Torfmoore in Deutschland selten. Die übriggebliebenen Moore sind einzigartige Biotope – viele davon sind Naturschutzgebiete.
  5. Kokos ist ein nachwachsender Rohstoff.
  6. Getrocknete und gepresste Kokosfaser ist darüberhinaus sehr leicht. Ich habe leider keine Zahlen dazu gefunden. Aber aus einem Brikett Kokoskonzentrat (ca. 600 g) kann man 10 Liter Erde erzeugen. Kokos lässt sich also effizienter packen und kraftstoffärmer transportieren. Ich weiß jedoch nicht, ob das die Mehrbelastung der langen Reise ausgleicht.

Aus meiner Sicht bleibt es ein Dilemma. Dennoch habe ich neulich einige Kokos-Briketts gekauft (ähnlich diesen hier bei Amazon) gekauft und werde sie in diesem Jahr ausprobieren, sobald das Wetter wärmer ist. Natürlich werde ich hier im Blog darüber berichten. Falls jemand schon Erfahrungen mit Kokos-Substrat hat, freue ich mich über Kommentare!

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Ich liebe diese Zeit im Gartenjahr. Die ersten Tomatensamen sind angesetzt. Und immer, wenn ich abends ins Anzucht-Gewächshaus schaue, hat sich wieder was getan: Hier ein neuer Keim, da ein paar neue Blätter.

Tomaten-Sprösslinge verschiedener Arten im Anzucht-Gewächshaus

Tomaten-Sprösslinge verschiedener Arten im Anzucht-Gewächshaus

Meine Gartensaison habe ich mit der Aussaat von Tomaten, Peperoni und Pflücksalat begonnen. Dieses Jahr habe ich eine Premiere auf dem Balkon. Es gibt nämlich erstmals fünf verschiedene Tomatensorten. Von Freunden und der Familie habe ich interessante Balkonsorten bekommen. In diesem Jahr freue ich mich also auf:

  1. die Sorte „Ildi“, die ich aus der Schweiz importiert habe
  2. den „Balkonzauber“, der noch irgendwie in meiner Samenschachtel rumflog
  3. die namenlosen Topftomaten, die mir Pascal freundlicherweise geschenkt hat und die sich bei seinem Opa angeblich seit vielen Jahren bewähren
  4. die kleine „Gelbe Johannisbeere“ von meinem Vater, die mir letztes Jahr die Ernte gerettet hat
  5. die Topftomate „Totem“, die ich ebenfalls aus der Schweiz mitgenommen habe (ist die Einfuhr von Saatgut in die EU eigentlich reguliert?)

Und jetzt bestaune ich jeden Tag die Fortschritte, die die Kleinen machen. Hach…

Dieses Jahr habe ich mir mit der Anzucht der Tomaten Zeit gelassen. In den vergangenen Jahren konnte ich es oft nicht abwarten und habe schon Ende Januar die ersten Tomatensamen quellen lassen. Das hat sich nicht so bombig bewährt:

  1. Im Februar ist es in Hamburg einfach noch nicht sonnig genug. Das führt dazu, dass die kleinen Pflänzchen in der Heizungswärme zwar prächtig aufgehen, aber dann das Licht suchen, lang und geil wachsen und leider eher schwach werden.
  2. Die Pflanzen brauchen mehr Platz. Je früher die Pflanzen ausgesät werden, desto länger müssen sie drin bleiben. Normalerweise kommen Tomaten erst frühestens nach den Eisheiligen auf den Balkon – also frühestens Mitte Mai, in kalten Jahren sogar erst Ende Mai. Von Ende Januar bis Ende Mai sind es vier Monate – in der Zeit wachsen Tomaten schon ganz beachtlich. Und je größer die Planzen werden, desto enger wird es auf dem Fensterbrett.
  3. Unser Balkon ist – wie bereits beschrieben – ein Nordwestbalkon mit Nachmittagssonne. Aber erst ab April – davor fällt kein Sonnenstrahl auf den Balkon. Es würde den kleinen Licht-Liebhabern also gar nichts bringen, wenn ich sie schon vor den Eisheiligen stundenweise raussetze. Dazu ist es einfach noch nicht hell genug.

Jetzt hoffe ich, dass mein Plan aufgeht und dass ich im Mai ein paar schöne, gesunde und kräftige Tomatenpflanzen habe. Dass der Sommer warm und lang wird. Und dass es überhaupt mal langsam Frühling wird!

Pläne für 2013

30. Dezember 2012 — 2 Kommentare

Nach den kleinen Katastrophen in 2012 hatte ich für den Rest des Gartenjahres ein Motivationsloch. Im August war es für neue Pflanzaktionen zu spät. Und deshalb habe ich dann wachsen lassen, was wuchs und vertrocknen lassen, was vertrocknet war. Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich die Lust verloren habe. Keineswegs! Ich habe sogar schon große Pläne für meinen neuen großen Balkon.

  1. Kartoffeln – Auf eigene Kartoffeln habe ich schon lange Lust. Das war eigentlich das einzige, was ich mir wirklich in meinem französischen Balkon gewünscht hätte: Platz für einen Pflanzsack. In 2013 werde ich es probieren und mich dabei im Großen und Ganzen an die Kartoffel-Sack-Anleitung von Elke vom Günstig-Gärtnern-Blog halten.
  2. Mehr Kohlrabi – Das Kohlrabi-Experiment ist zufriedenstellend verlaufen. Aus fünf Pflänzchen sind immerhin zwei Knollen geworden. Und das trotz Umzug ohne Krankheiten. Das Ergebnis ist steigerbar. Und genau das ist auch mein Vorsatz für das neue Jahr.
  3. Mehr von allem – klar. Sechs Quadratmeter Balkon müssen sinnvoll genutzt werden. Und weil meine Freundin zum Glück mitzieht und auch balkongärtnert, wird der Balkon im nächsten Sommer sehr viel mehr Früchte tragen, als bisher.
  4. Vögel – siehe oben. Da muss ich mir was einfallen lassen. Für Ideen in den Kommentaren bin ich dankbar.
  5. Feuchtigkeit – insgesamt scheint es hier auf dem Balkon feuchter zu sein, als an meinem Südbalkon. Darauf muss ich mich erst einstellen, bislang war es eher zu heiß und trocken. Aber das ist lösbar, davon bin ich überzeugt.

Und jetzt wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Gartenjahr!

Gartenzwerg im verschneiten Balkonkasten.

Balkonkästen und -töpfe im Auto.

Ich hatte ja schon vor einigen Wochen hier im Blog angedeutet, dass ich noch in diesem Sommer umziehen will. Jetzt endlich ist es soweit. Aus dem Schanzenviertel in Hamburg geht es nach Eimsbüttel. Aber was noch wichtiger ist: Vom französischen Balkon mit insgesamt ca. 3 Meter Geländer (auf zwei Ebenen verteilt) geht es auf einen 6 Quadratmeter großen, echten Balkon.

Das bringt einige Veränderungen mit sich. Denn leider hat der neue Balkon keine Südlage, sondern eher Nordwest. Alles in allem ist es ausreichend hell. Und die Ausrichtung und die Nachbarhäuser sind so günstig, dass ab dem späten Nachmittag bis zum Abend Sonne auf den Balkon kommt. Der Balkon zeigt zum Hof, ist somit relativ windgeschützt. Und den meisten Pflanzen wird es wohl nicht schaden, wenn sie nicht mehr den ganzen Tag in der brennenden Sonne hängen und Abends im Windsturm hin und her gerissen werden. Aber ob es den Erdbeeren und Tomaten tatsächlich reicht, werde ich sehen müssen.

Die andere Veränderung ist natürlich die Größe. Im Moment wirken meine paar Kästen noch ein wenig verloren an der Reling – obwohl ich im Hof definitiv den bepflanztesten Balkon von allen habe und auch schon von den Nachbarn darauf angesprochen wurde. Aber auf sechs Quadratmetern ist viel mehr möglich. Und spätestens ab dem nächsten Frühjahr werde ich die Fläche auch nutzen.

Deshalb hier ein Aufruf an alle Balkongärtner: Was sollte ich auf meinem neuen, riesigen, aber nur noch halbschattigen Balkon unbedingt ausprobieren. Über Ideen freue ich mich in den Kommentaren.

Kohlrabi, Schnittlauch und Pflücksalat am Balkongeländer

Tomaten und Erdbeeren in der Sonne

http://balkongemuese.files.wordpress.com/2012/01/cropped-100_2531_2s.jpg

Heute möchte ich euch ein Blog und den dazugehörigen Balkon vorstellen, der mich schon öfter begeistert hat. Seit Jahresbeginn bloggt die Österreicherin Ivynettle auf Gemüse aus Balkonien über ihren Nutzbalkon. Und der macht mich neidisch.

Ivynettle hat eine Loggia, also einen Balkon mit Seitenmauern. Das heißt, sie hat im Vergleich zu mir massig Platz. Und den nutzt sie vorbildlich. Aus den Blogposts kann man auch lesen, dass das Klima in Österreich milder ist. Sie hat noch bis Dezember geerntet – bei mir in Hamburg ist spätestens im November Schluss.

Das wichtigste aber: Ivynettle ist gelernte Gärtnerin und hat reichlich Erfahrung mit Gemüse.

Eine besondere Lesempfehlung sind die zwei Posts „Zahlt sich das aus?“ und „Zahlt sich das aus?” Teil 2, in denen sie akribisch ihre Erfolge und Misserfolge auf dem Balkon zusammenfasst und sogar auf den Cent ausrechnet, wie sich ein Nutzbalkon finanziell rechnet.

Viel Spaß beim Lesen!

Ich esse für mein Leben gern frischen Kohlrabi. Roh und schnurpsig muss er sein, saftig und zart. In irgendeinem Balkon-Gemüse-Buch und in einigen anderen Blogs (z.B. hier im Gärtnerblog und in Mein Nasch-Balkon) hatte ich schon gesehen, dass sich Kohlrabi auch für Balkonkästen eignet. Auf den Fotos sah er prächtig aus: mit riesigen Blättern und schönen vollen Knollen. Ich war bis erst ein wenig skeptisch, habe es aber im vergangenen Jahr trotzdem versucht. Leider hatte ich den Kasten im vergangenen Frühjahr kurz in unserem Hinterhof stehen – lang genug für die Schnecken, die mir die noch jungen Knollen sauber ausgehöhlt haben. Aber so leicht gebe ich nicht auf. Und deshalb gibt es in diesem Jahr noch einmal neu auf dem Biobalkon: Kohlrabi!

Eigentlich wollte ich blaue und weiße Knollen mischen. Leider sind die blauen Pflänzchen nicht so gut angegangen wie die weißen – es ist nur noch eine blaue Pflanze übrig, und die sieht nicht besonders knollig aus. Im Gegensatz zu den weißen Pflanzen. Bei denen sieht man inzwischen schon, was einmal die Kohlrabi-Knolle werden soll:

Kohlrabipflanze im Balkonkasten, ca. 6 Wochen alt

Bepflanzung der Balkonkästen mit Obst, Gemüse und Kräutern in 2012

Für alle, die sich fragen, wie mein Balkon – mein französischer … – eigentlich genau bepflanzt ist, hier eine topaktuelle Übersicht aus dem Juni 2012. Über vieles, was hier zu sehen ist, werde ich in den nächsten Wochen noch ausführlich schreiben. Natürlich habe ich in jedem Kasten mehrere Pflanzenarten – Mischkultur eben.

Interessant ist vor allem der Kasten unten in der Mitte: Mein doppeltes Experiment mit Zuckererbsen und Kohlrabi. Mal sehen, ob das was wird. Bis jetzt sieht es vielversprechend aus.

Der Rest ist relativ unspektakulär. Obwohl: Ich habe eine neue Tomatensorte von meinem Vater, die Gelbe Johannisbeere. Die sind zugegebenermaßen relativ ungünstig mit den Peperoni kombiniert. Aber ich habe diese Pflanzen zuletzt bekommen und es war kein anderer Platz mehr frei. Mal sehen, wie sie sich entwickeln…

Außerdem gibt es eine neue Erdbeerpflanze. Und der Insektenweiden-Kasten wirkt dieses Jahr besonders füllig. Es gibt also noch einiges zu beobachten und berichten in diesem Jahr.

Verschiedene Bewässerungs-Flaschenaufsätze für PET-Flaschen

Bewässerungs-Flaschenaufsätze von oben nach unten: Blumat XXL Flaschenadapter, Bewässerungshilfe von Gärtner Pötschke, Blumat Flaschenadapter

Ich habe es im vorigen Artikel über Bewässerungssysteme für den Balkon ja schon angekündigt: Hier kommt der Artikel über die Flaschenaufsätze zur Bewässerung von Topfpflanzen und Balkonkästen.
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Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der sich für seinen Urlaub Regenwetter wünscht. So war es auch am Pfingstwochenende. Über Pfingsten waren für Hamburg nämlich zeitweise mehr als 28 °C und weitgehend wolkenloser Himmel angesagt. Traumwetter für einen Pfingsturlaub. Außer man hat einen Südwest-Balkon mit vielen Pflanzen und ohne schattige Plätze – so wie ich.

Natürlich kenne ich das Problem schon länger. Ich habe eine Fernbeziehung und kann etwa jedes zweite Wochenende meinen Balkon für drei Tage nicht gießen. Und natürlcih war ich auch in den vergangenen Jahren im Sommerurlaub. Aber die bedrohliche Wettervorhersage und die bislang prächtig gedeihenden Tomaten, Zuckererbsen, Radieschen, Kohlrabis und Erdbeeren haben mich bewogen, mal wieder zu recherchieren, wie ich meinen Balkon auch im Sommer mal für ein paar Tage allein lassen kann.

Nicht alle der Methoden, die ich gefunden habe, eignen sich für einen kleinen Mietwohnungs-Balkon wie meinen. Und nur wenige der aufgeführten Methoden habe ich persönlich getestet – das steht dann dabei. Aber der Vollständigkeit halber will ich einfach alle mal hier zusammenfassen:

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