Das Nordbalkon-Dilemma – oder: Warum auf dem Biobalkon gerade nicht so viel passiert…

31. März 2014 — 5 Kommentare

Ach, es ist zum Verzweifeln. Vor fast zwei Jahren habe ich eine neue Wohnung in Hamburg gesucht. Eine mit großem, sonnigem Balkon, schönem Bad und zentraler Lage. Wer den Wohnungsmarkt in Hamburg kennt, weiß dass das nicht leicht ist. Aber ich habe eine Wohnung gefunden: mit großem Balkon zum grünen Hinterhof hinaus. Bei der Wohnungsbesichtigung war ich überrascht, wie warm und sonnig der Balkon trotz Nordausrichtung war – dann könnte es ja auch was mit einem größeren Biobalkon werden, dachte ich.

Könnte es nicht. Denn so richtig als Garten kann ich nur etwa drei Meter Balkongeländer nutzen – und überhaupt nichts von der schönen Fläche. Der Grund: Es ist und bleibt ein Nordbalkon. Umgeben von mehrstöckigen Gebäuden. Das heißt, ich habe von Oktober bis Mitte April überhaupt keine Sonne auf dem Balkon – und im Hochsommer dann so ca. 2 1/2 Stunden. Das ist angenehm, wenn man bei 30° im Schatten nach Feierabend auf dem Balkon sitzen will. Dort ist es nämlich nicht so heiß und die Bäume rundrum sorgen für ein mildes Mikroklima. Für fast alles andere aber ist das zuwenig Licht:

  • Möhren und Radieschen bilden keine Knollen, weil sie nichts zu speichern haben.
  • Kartoffeln ranken wild und wuchernd. Aber in meinem Kartoffelsack waren genau ZWEI Kartoffeln – in der Größe von Haselnüssen!
  • Der Pflücksalat bildet nur kleine Blätter aus und beginnt schnell zu schießen.
  • Sechs Bohnen habe ich geerntet. Sechs.
  • Kräuter und alles was blüht, verkümmert.
  • Grmpfl.

Die dreieinhalb Meter Sonne habe ich den Tomaten und Erdbeeren gegeben. Immerhin, da konnte ich was ernten – wenn auch weniger als ich erhofft hatte. Durch das kühl-feuchte Klima in unserem Hinterhof und die fehlende Sonne ist zu allem Überfluss die Erde in den Kästen auch noch dauernd feucht bis nass – und vermoost und vermodert. Trotz erhöhter Drainageschicht und Abflussöffnungen in den Kästen. Alles in allem ist das so ernüchternd, dass ich für dieses Jahr nur wenig geplant habe. Also wundert euch nicht, wenn hier trotz herrlichstem Frühlingswetter nichts passiert.

Die gute Nachricht ist: Ich werde dieses Jahr umziehen. Mal wieder. Wer eine Wohnung in Hamburg mit Süd- oder Südwest-Balkon weiß – oder mit einem Garten, der bewirtschaftet werden kann –, immer her mit den Tipps (in den Kommentaren). Dann gibt es hoffentlich auch bald wieder neue Beiträge mit Experimenten und Erfahrungen. Bis dahin bleibt mir nur zu sagen: Hände weg von Balkonen mit Nordausrichtung. Zumindest wenn ihr Möhren und Kartoffeln haben wollt…

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5 Antworten zu Das Nordbalkon-Dilemma – oder: Warum auf dem Biobalkon gerade nicht so viel passiert…

  1. 

    Ach, das ist ja wirklich ärgerlich! Dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg und vor allen Dingen Glück bei der Wohnungssuche im guten alten Hamburg.
    Mich wundert, dass auch die Kräuter verkümmern. Schnittlauch müsste doch eigentlich trotzdem gut wachsen, Blutampfer auch und Kresse geht immer :)… und Spinat? Der wächst gerade bei mir auf der Nordseite ganz gut – nicht schnell aber stetig.

    Ansonsten kann ich dir auch noch diese zwei Blogs empfehlen, beides Schattenexperten:
    http://nordwestbalkon.wordpress.com/
    http://www.hinterhofgarten.de/

    Balkongruß,
    Anette

  2. 

    Hast du denn inzwischen schon etwas neues gefunden? Die Wohnungssuche in Hamburg kann leider zu einer sehr langfristigen Angelegenheit werden, vor allem wenn das Einkommen wie bei mir nur Durchschnitt ist. Ich habe lange nach einer zentralen, bezahlbaren Wohnung mit kleinem Garten oder zumindest Balkon gesucht – leider erfolglos. Am Ende ist es dann doch die 50qm Bude ohne Balkon und Garten in Altona geworden, zumindest vorerst ;-).

  3. 

    Oh man, das Problem kenne ich auch nur zu gut. Bin vor einem Jahr umgezogen und habe leider auch nur einen Nord-Ost Balkon. Da habe ich zwar etwas länger Sonne als du (in der Sommerzeit bis ca. 12.30 Uhr), aber wirklich gedeihen will da auch nichts, außer Unkraut und Moos :-(! Gott sei Dank ist die Mindestmietdauer jetzt verstrichen und ich kann hoffentlich auch bald in einer neuen Wohnung wieder mehr als Kräuter und Tomaten anpflanzen :)! Freu mich jedenfalls für dich, dass du wieder der „Anbau-Kunst“ frönen kannst :)!

  4. 

    schreib uns doch mal wieder was schönes, das ist eine wertvolle seite hier!

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