Window Farms – Eine Idee aus New York

18. Mai 2010 — 4 Kommentare

Ein Kollege hat mich neulich auf die Webseite des Projekts Window Farms hingewiesen. Dabei geht es um den Versuch, in Fenstern von New Yorker Wohnungen das ganze Jahr über Obst und Gemüse anzubauen und zu ernten. Dazu werden Hydrokulturen in vertikalen Konstruktionen aus Schläuchen und leeren Colaflaschen in Fenster gehängt. Eine Pumpe sorgt dafür, dass die Window Farm sich selbst gießt. Spezieller Dünger sorgt für die nötigen Nährstoffe.

Bild: "outside_in" von soldier child

Die Initiatoren haben zwei Ziele:

  1. Einen Windowfarming-Trend in New York City und anderen dichtbesiedelten Städten zu starten und Leuten zu helfen, einen Teil Ihrer Nahrung das ganze Jahr über im Wohnungsfenster zu züchten.
  2. Normalen Leuten die Möglichkeit geben, bei der Erforschung und Entwicklung dieser „vertikalen hydroponischen nahrungsliefernden Vorhängen“ zusammenzuarbeiten auf der Community-Seite auf our.windowfarms.org.

Die Künstler Britta Riley und Rebecca Bray haben im Februar 2009 die erste Window Farm installiert und haben ihre Baupläne, Fotos und Erfahrungen online zur Verfügung gestellt. Inzwischen sind über 12.000 User auf our.windowfarms.org angemeldet. Es gibt eine Flickr-Gruppe. Und es wird fast alles angebaut, was in einen Garten gehört: Erdbeeren, Tomaten, Salat, Bohnen, Erbsen, Kräuter etc. Sie wollen so einen Beitrag zur Reduktion von CO2 leisten, da in den USA Nahrungsmittel mit Trucks besonders weit quer durch den Kontinent in die Ballungsräume gefahren werden. Außerdem lernen Städter so, wie Essen eigentlich entsteht.

Den Gedanken finde ich ja durchaus sympathisch. Und dennoch passt die Idee nicht ganz in meine Biobalkon-Philosophie. Wenn die ganze Zeit eine elektrische Pumpe zum Gießen laufen muss, ist das nicht nur laut, sondern auch unökologisch. Aber klar, wie sollen die hängenden Hydrokuluren sonst feucht bleiben.

Womit wir bei Kritikpunkt zwei wären: Warum Hydrokulturen? Diese Pflanzen wachsen ohne echte Erde auf. Damit sie überhaupt leben, wird dem Wasser ein spezieller Dünger beigemischt. Natürlich sind Hydrokulturen vergleichsweise sauber und pflegeleicht. Aber mit Gärtnern haben diese Hightech-Mini-Farmen nicht viel zu tun.

Vielleicht bin ich da aber auch zu konservativ in meiner Gartenphilosophie…

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4 Antworten zu Window Farms – Eine Idee aus New York

  1. 

    nichts desto trotz kann ein mensch ohne balkon oder garten dem gärtnern kaum näher kommen. in new york gibts übrigens auch rooftop-farms. das würde deinen konservativen – ich würde fast sagen, romantischen – vorstellungen von gärtnerei eher entsprechen.

    übrigens existieren mittlerweile sogar diy-schalldämpfer für diese pumpen; oder man lässt sie weg und gießt einfach von oben manuell nach. aber ist halt ne idee von faulen städtern für faule städter 😉

    aber ich würde meinen balkon immer diesen hängenden gärten vorziehen

    lg
    thorben

  2. 

    Hallo,
    um den ökologischen Aspekt noch ein wenig hervor zu heben könnte man auch eine Solarbetriebene Pumpe installieren die gibt es schon für unter 20 Euro.

    Grüße Fabian

  3. 

    Ich frage mich viel eher, ob das ganze Plastik so eine gute Idee für Esspflanzen ist.

    Und was macht man mit z.b. Kräutern, die ganz unterschiedliche Ansprüche an Feuchtigkeitsgrad stellen?

  4. 

    Hallo lieber Biobalkon-Nutzer!
    Wenn Sie sich wirklich ernsthaft mit dieser Problematik, Ökologie und Nutzpflanzenzucht, auseinandersetzen möchten, dann lesen Sie bitte den Artikel (ID 1425 – inFarming) auf unserer Internetseite (www.dghk.net)!
    Alles Leben kommt aus dem Wasser, unsere Pflanzen mussten „irre“ Anstrengungen aufwenden, um aus dem Wasser an das trockene Land über zu siedeln. Warum soll ich nicht der Pflanze entgegen kommen und sie bei der chemischen Aufbereitung der Nährstoffe, die ihr der Humus bietet unterstützen? Die Pflanze dankt es diesem Pflanzenliebhaber mit nachweislich besserem Wachstum!
    Wie sensibel pflanzen sind und auch reagieren, können Sie, lieber Biobalkon-Nutzer, auch auf unserer Seite nachlesen: (ID 1240) „Wenn Pflanzen schreien könnten!
    Die Humboldt-Universität Berlin hat Versuche gefahren, die jeden Pflanzenliebhaber erschüttern können.
    JoGa

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