"IMG_3052Es ist mal wieder Zeit für einen Erfahrungsbericht: Ich habe dieses Frühjahr mehrere Päckchen Saatgut geschenkt bekommen. Darunter auch einige Saatbänder und Saatscheiben, also Saatgut, das nicht lose als Körner, sondern zwischen mehreren Lagen Zellstoff eingeschlossen und vorportioniert ist.

Eigentlich ist es eine praktische Idee:

  • Es können mehrere Sorten in einer Tüte gekauft werden – Mischkultur!
  • Die Samen haben schon den richtigen Abstand und müssen nicht verzogen werden.
  • Selbst wenn man nicht die ganze Tüte aufbraucht, kullern keine einzelnen Samen rum.

Dafür sind Saatbänder und Saatscheiben teurer. Die Hersteller können also die selbe Menge Saatgut für deutlich mehr Geld verkaufen – bei Saatscheiben für Blumentöpfe ist das Verhältnis besonders krass, finde ich. Ob der Komfortgewinn den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst wissen. Aber mir geht es um etwas anderes:

Ich habe wie gesagt sehr unterschiedliche Saatbänder und -scheiben bekommen und – naja, ausgesät habe ich ja eben nicht – in die Erde gebracht. Es waren Teekräuter dabei (Melisse, Minze, Kamille). Es waren Küchenkräuter dabei (Oregano, Thymian, Basilikum). Und es waren verschiedene Salatsorten dabei. Auffällig ist, dass ich noch nie so schlechte Keimraten hatte, wie mit den Saatbändern. Der Kasten mit den Teekräutern ist auch drei Monate nach der “Aussaat” leer – von ein paar Keimchen abgesehen, die aber auch nicht wachsen, sondern seit etwa neun Wochen unverändert gerade so aus der Erde schauen. Von den Küchenkräutern hat Basilikum passabel funktioniert. Oregano und Thymian sind immerhin gekeimt, aber wachsen nicht. Und von den vier Salatsorten sind zwei ganz gut angegangen und zwei überhaupt nicht.

Zugegeben, ich habe auf meinem Nordbalkon nicht die optimalen Bedingungen. Aber daran kann es nicht liegen, die Kräuter sehen an zwei verschiedenen Südfenstern. Ich hatte noch nie soviele Krepierer, wie dieses Jahr – und alles sind Saatbänder oder Saatscheiben gewesen.

Deshalb meine Frage: Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Funktionieren Saatbänder und Saatscheiben bei euch? Funktionieren sie genauso gut wie klassisches Saatgut? Und ist euch der Komfort den höheren Preis wert?

Ich jedenfalls bin nicht begeistert und werde in Zukunft keine Saatbänder mehr kaufen.

Ach, es ist zum Verzweifeln. Vor fast zwei Jahren habe ich eine neue Wohnung in Hamburg gesucht. Eine mit großem, sonnigem Balkon, schönem Bad und zentraler Lage. Wer den Wohnungsmarkt in Hamburg kennt, weiß dass das nicht leicht ist. Aber ich habe eine Wohnung gefunden: mit großem Balkon zum grünen Hinterhof hinaus. Bei der Wohnungsbesichtigung war ich überrascht, wie warm und sonnig der Balkon trotz Nordausrichtung war – dann könnte es ja auch was mit einem größeren Biobalkon werden, dachte ich.

Könnte es nicht. Denn so richtig als Garten kann ich nur etwa drei Meter Balkongeländer nutzen – und überhaupt nichts von der schönen Fläche. Der Grund: Es ist und bleibt ein Nordbalkon. Umgeben von mehrstöckigen Gebäuden. Das heißt, ich habe von Oktober bis Mitte April überhaupt keine Sonne auf dem Balkon – und im Hochsommer dann so ca. 2 1/2 Stunden. Das ist angenehm, wenn man bei 30° im Schatten nach Feierabend auf dem Balkon sitzen will. Dort ist es nämlich nicht so heiß und die Bäume rundrum sorgen für ein mildes Mikroklima. Für fast alles andere aber ist das zuwenig Licht:

  • Möhren und Radieschen bilden keine Knollen, weil sie nichts zu speichern haben.
  • Kartoffeln ranken wild und wuchernd. Aber in meinem Kartoffelsack waren genau ZWEI Kartoffeln – in der Größe von Haselnüssen!
  • Der Pflücksalat bildet nur kleine Blätter aus und beginnt schnell zu schießen.
  • Sechs Bohnen habe ich geerntet. Sechs.
  • Kräuter und alles was blüht, verkümmert.
  • Grmpfl.

Die dreieinhalb Meter Sonne habe ich den Tomaten und Erdbeeren gegeben. Immerhin, da konnte ich was ernten – wenn auch weniger als ich erhofft hatte. Durch das kühl-feuchte Klima in unserem Hinterhof und die fehlende Sonne ist zu allem Überfluss die Erde in den Kästen auch noch dauernd feucht bis nass – und vermoost und vermodert. Trotz erhöhter Drainageschicht und Abflussöffnungen in den Kästen. Alles in allem ist das so ernüchternd, dass ich für dieses Jahr nur wenig geplant habe. Also wundert euch nicht, wenn hier trotz herrlichstem Frühlingswetter nichts passiert.

Die gute Nachricht ist: Ich werde dieses Jahr umziehen. Mal wieder. Wer eine Wohnung in Hamburg mit Süd- oder Südwest-Balkon weiß – oder mit einem Garten, der bewirtschaftet werden kann –, immer her mit den Tipps (in den Kommentaren). Dann gibt es hoffentlich auch bald wieder neue Beiträge mit Experimenten und Erfahrungen. Bis dahin bleibt mir nur zu sagen: Hände weg von Balkonen mit Nordausrichtung. Zumindest wenn ihr Möhren und Kartoffeln haben wollt…

Buch "Urban Gardening" von Anja Klein

Im Sommer 2012 – also vor über einem Jahr – besuchten mich Anja Klein vom Blog “Der kleine Horrorgarten” und Andreas Lauermann in meiner alten Wohnung und auf meinem alten Balkon. Anja reiste damals durch Deutschland – oder eigentlich durch Europa – um für ihr neues Buch Leute zu interviewen, die mitten in der Großstadt gärtnern.

Während Andreas bei all meinen Nachbarn klingelte, um meinen alten Balkon aus möglichst vielen spannenden Perspektiven zu fotografieren, unterhielt ich mich mit Anja darüber, wie ich eigentlich zum Balkongemüsegärtner geworden bin.

Jetzt endlich ist das Buch erschienen: “Urban Gardening – Gärtnerglück für Großstadtpflanzen” (Amazon-Link). Und es ist gelungen. Neben einem mehrseitigen Artikel über den Biobalkon mit vielen Bildern gibt es nämlich einen Rundumschlag über alles, was irgendwie “Urban Gardening” genannt wird:

  • individuelle Schrebergärten in einer Kleingartenkolonie
  • Guerrilla Gardening
  • Dachgärten
  • Balkongärten
  • Hinterhofgärten
  • Nachbarschaftsgärten
  • und so weiter…

Dabei werden vor allem die Menschen vorgestellt, die hinter diesen Gärten stecken – mit ihren Geschichten, Motivationen und immer auch mit Tipps und Anregungen. Man kann das Buch auf irgendeiner Seite aufschlagen und einfach loslesen oder sich einfach nur von den vielen Bildern inspirieren lassen. Auch als jemand, der das Thema verfolgt, bin ich in diesem Buch noch auf spannende Anregungen gestoßen.

Fazit: Ein Buch, in dem ich vorkomme, ist natürlich immer lesenswert. Aber dieses Buch bietet darüberhinaus einen ausführlichen Überblick über verschiedene Aspekte des Urban Gardening in Europa. Und es bietet jede Menge Anregungen und Tipps für Stadtgärtner.

Disclaimer: Ich bekomme für diesen Artikel kein Geld und würde auch keines annehmen. Ich bin natürlich auch nicht an den Bucherlösen beteiligt oder wurde sonst irgendwie bezahlt. Mein Buch ist auch kein Rezensionsexemplar (obwohl das sicher sinnvoll gewesen wäre, lieber Christian-Verlag). Nein, ich habe das Buch selbst gekauft und stelle es hier vor, weil ich es gut finde. So einfach.

Gestern ist mir ein Malheur passiert. Ich habe einige meiner zarten Tomatenpflänzchen vom sonnigen Fensterbrett auf den Balkon gebracht, um sie dort in ihre großen Töpfe umzupflanzen. Natürlich wollte ich sie später wieder reinholen – denn im Moment ist es zwar frühlingshaft warm hier in Hamburg-Eimsbüttel. Aber auch windig. Und bis zu den Eisheiligen stelle ich meine Tomaten höchstens stundenweise raus.

Und dann kam es, wie es kommen musste. Das Telefon klingelt. Im Radio eine interessante Reportage. Zwischendurch noch aufgeräumt. Und dann der Schreck: Die Tomaten sind noch auf dem Balkon!

Wie gesagt: Es war zwar frühlingshaft warm. Aber im Schatten ist es dennoch frisch. Und Wind weht in Hamburg immer. Von den sechs vergessenen Pflänzchen sahen drei noch ganz gut aus. Die anderen drei dagegen haben alles hängen lassen, was ihnen in den letzten Tagen so gewachsen war. Ein trauriger Anblick:

 

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze

Vorher

 

Die Blätter schlaff und eingerollt, der Stängel kraftlos. Die kleineren Pflanzen lagen direkt auf der Erde. Da hilft nur schnell keine Zeit verlieren.

Ich war zugegebenermaßen etwas ratlos. Aber das, was ich in meiner Not probiert habe, hat so bombenmäßig funktioniert, dass ich es hier teilen möchte. Zunächst habe ich die Pflanzen natürlich nach drinnen auf das sonnige Fensterbrett gebracht. Dann habe ich die Erde mit warmem Wasser gegossen. Und schließlich habe ich über die elendigsten Pflänzchen noch Marmeladengläser gestülpt und ihnen so ein Mini-Treibhaus gebaut:

Halb erfrorene junge Tomatenpflanze unter Glas

Das Ergebnis hat mich selbst überrascht. Als ich etwa eine Stunde später wieder hingeschaut habe, waren die Pflänzchen unter den Gläsern wieder straff – bis auf ein paar Blessuren, die wahrscheinlich auch nicht mehr weggehen. Die Pflänzchen ohne Gläser hatten sich nur wenig erholt. Also habe ich die Marmeladengläser einfach umgesetzt und über die noch immer schlaffen Pflänzchen gestülpt. Und siehe da: Auch hier war innerhalb einer Stunde wieder fast alles im Lot.

Wenn Eure ganz jungen Tomatenpflanzen also einen Kälteschock abgekriegt haben, probiert es mal mit dieser Kombination:

  • Sonniges Fensterbrett ohne Zug
  • Erde mit warmem Wasser gießen
  • Gläser drüberstülpen (Gewächshaus-Effekt)

 

Viel Erfolg!

 

 

Junge Tomatenpflanze nach auskuriertem Kälteschock

Nachher

 

Gestern habe ich über das Kokos-Torf-Dilemma geschrieben. Für die Erde im Balkonkasten gibt es ja außer Kokos und Torf noch etliche ökologisch vertretbare Alternativen. Für die Anzucht von jungen Pflanzen jedoch nutze ich aus praktischen Gründen Quelltabletten und ein Anzucht-Gewächshaus. Dafür hatte ich schon vor Jahren eine große Packung Quelltabs gekauft. Und unwissend, wie ich war, habe ich natürlich Torf-Quelltabs gekauft.

Nachdem meine letzten torfhaltigen Tabletten in diesem Frühjahr endlich zur Neige gingen, habe ich mir also eine Alternative gesucht. Zu meiner freudigen Überraschung konnte ich feststellen, dass mein Stamm-Gartenmarkt gar keine Quelltabletten mit Torf mehr führt. Dort gibt es nur noch Kokos-Quelltabletten wie diese (Amazon-Link). Auch die kompostierbaren Anzuchttöpchen und Anzuchtschalen sind dort mittlerweile nur noch aus Kokos erhältlich. Ich habe in diesem Jahr also in meinem Anzuchtgewächshaus eine spannende Situation: Die letzten Torf-Quelltabletten konkurrieren mit den neuen Kokos-Quelltabletten.

Hier meine Beobachtungen:

  • Kokos quillt schneller.
  • Kokos ist grobkörniger.
  • Torf ist fester und dichter.
  • Torf schimmelt schneller.
  • Besonders auffällig: Die Keimrate ist im Kokos höher als im Torf. Da ich allerdings keine wissenschaftlichen Bedingungen habe und auch nur eine eher kleine Fallzahl, kann das auch an der Saatgut-Qualität und am Zufall liegen.

Hier mal ein Beweisfoto:

Quelltabletten Kokos vs. Torf

Das rötlichere Substrat links ist Kokos. Das dunklere auf der rechten Seite ist Torf. Deutlich ist zu sehen, dass Kokos bei der Keimrate die Nase vorn hat. Und das, obwohl die Torf-Quelltabs sogar noch einen Tag Vorsprung hatten. Aber wie gesagt: Das ist keine wissenschaftliche Studie und kann viele Gründe haben. Allerdings würde mich mal interessieren, ob ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen gemacht habt. Wenn ja würde ich mich über einen Kommentar freuen.

In den Amazon-Kommentaren steht übrigens vereinzelt, dass Pflänzchen in den Kokos-Tabs zu wenige Nährstoffe haben und deshalb eher eingehen. Ich werde das mal beobachten. Für so eine Aussage ist es bei mir definitiv noch zu früh.

Update vom 19. April 2013:

Auch mit zwei Wochen Abstand hat sich das Ergebnis nur erhärtet:

  • Die Keimrate bei Torf ist hinter der vom Kokos geblieben.
  • Kein einziges der Kokos-Tabs ist bisher geschimmelt.
  • Und was die Nährstoff-Armut angeht, die vereinzelt bei Amazon kritisiert wird: Ich kann das nicht bestätigen. Meine Pflänzchen stehen alle voll im Saft. Wenn sich daran noch was ändert, schreibe ich es natürlich hier rein.

Bis jetzt also: Klare Empfehlung für die Kokos-Tabs!

Auf der “Schöner Wohnen”-Website gibt es gerade eine kleine Klickstrecke mit dem Titel “Die besten Gartenblogs”. Das allein wäre schon ein guter Grund, da mal reinzuschauen. Aber was mich besonders freut: Der Biobalkon ist auch dabei! Daneben viele Blogs, die ich selbst gern lese. Und einige, die ich noch gar nicht kannte. Schaut mal rein, es lohnt sich.

Vielen Dank, liebe “Schöner Wohnen”-Redaktion. Und viel Spaß hier im Blog, liebe “Schöner Wohnen”-Leser!

Seit mich vor einiger Zeit ein Artikel vom Gartengnom auf die Torf-Problematik aufmerksam gemacht hat, drehe ich jeden Sack Erde zweimal um. Ich habe über die Auswahl der Erde auch bereits gebloggt. Damals hat ein Kommentator Kokosubstrat in gepressten Briketts empfohlen. Diese gibt es schon seit längerem im Biohandel und in Fair-Trade-Geschäften. Ich war damals jedoch skeptisch, denn Kokospalmen sind in Norddeutschland nicht heimisch – Kokoserde muss also zu uns geschifft werden. Außerdem gibt es im Gartenhandel durchaus Erde ohne Torfanteil. Dennoch schrieb ich, ich wolle der Sache eine Chance geben.

Hier einmal ein paar Überlegungen zu Kokos und Torf aus ökologischer Sicht:

  1. Optimal ist beides nicht.
  2. Torfabbau zerstört Moore – ein Biotop, das Jahrhunderte braucht, um zu wachsen.
  3. Kokos wird aus Übersee hierher gebracht. Torf gibt es – zumindest in Norddeutschland – vor der Haustür.
  4. Über Jahrhunderte war der Abbau und die Nutzung von Torf ein alltäglicher Nebeneffekt der Trockenlegung der Moore. Nur so konnten in Norddeutschland ausreichend Flächen für die Landwirtschaft entstehen. Torf wurde als Heizmaterial genutzt. In Teilen Schottlands wird immer noch über brennendem Torf Gerstenmalz getrocknet – der Torfrauch verleiht vielen außergewöhnlichen Whiskys seinen Charakter. Aber: Inzwischen sind Torfmoore in Deutschland selten. Die übriggebliebenen Moore sind einzigartige Biotope – viele davon sind Naturschutzgebiete.
  5. Kokos ist ein nachwachsender Rohstoff.
  6. Getrocknete und gepresste Kokosfaser ist darüberhinaus sehr leicht. Ich habe leider keine Zahlen dazu gefunden. Aber aus einem Brikett Kokoskonzentrat (ca. 600 g) kann man 10 Liter Erde erzeugen. Kokos lässt sich also effizienter packen und kraftstoffärmer transportieren. Ich weiß jedoch nicht, ob das die Mehrbelastung der langen Reise ausgleicht.

Aus meiner Sicht bleibt es ein Dilemma. Dennoch habe ich neulich einige Kokos-Briketts gekauft (ähnlich diesen hier bei Amazon) gekauft und werde sie in diesem Jahr ausprobieren, sobald das Wetter wärmer ist. Natürlich werde ich hier im Blog darüber berichten. Falls jemand schon Erfahrungen mit Kokos-Substrat hat, freue ich mich über Kommentare!

Ich liebe diese Zeit im Gartenjahr. Die ersten Tomatensamen sind angesetzt. Und immer, wenn ich abends ins Anzucht-Gewächshaus schaue, hat sich wieder was getan: Hier ein neuer Keim, da ein paar neue Blätter.

Tomaten-Sprösslinge verschiedener Arten im Anzucht-Gewächshaus

Tomaten-Sprösslinge verschiedener Arten im Anzucht-Gewächshaus

Meine Gartensaison habe ich mit der Aussaat von Tomaten, Peperoni und Pflücksalat begonnen. Dieses Jahr habe ich eine Premiere auf dem Balkon. Es gibt nämlich erstmals fünf verschiedene Tomatensorten. Von Freunden und der Familie habe ich interessante Balkonsorten bekommen. In diesem Jahr freue ich mich also auf:

  1. die Sorte “Ildi”, die ich aus der Schweiz importiert habe
  2. den “Balkonzauber”, der noch irgendwie in meiner Samenschachtel rumflog
  3. die namenlosen Topftomaten, die mir Pascal freundlicherweise geschenkt hat und die sich bei seinem Opa angeblich seit vielen Jahren bewähren
  4. die kleine “Gelbe Johannisbeere” von meinem Vater, die mir letztes Jahr die Ernte gerettet hat
  5. die Topftomate “Totem”, die ich ebenfalls aus der Schweiz mitgenommen habe (ist die Einfuhr von Saatgut in die EU eigentlich reguliert?)

Und jetzt bestaune ich jeden Tag die Fortschritte, die die Kleinen machen. Hach…

Dieses Jahr habe ich mir mit der Anzucht der Tomaten Zeit gelassen. In den vergangenen Jahren konnte ich es oft nicht abwarten und habe schon Ende Januar die ersten Tomatensamen quellen lassen. Das hat sich nicht so bombig bewährt:

  1. Im Februar ist es in Hamburg einfach noch nicht sonnig genug. Das führt dazu, dass die kleinen Pflänzchen in der Heizungswärme zwar prächtig aufgehen, aber dann das Licht suchen, lang und geil wachsen und leider eher schwach werden.
  2. Die Pflanzen brauchen mehr Platz. Je früher die Pflanzen ausgesät werden, desto länger müssen sie drin bleiben. Normalerweise kommen Tomaten erst frühestens nach den Eisheiligen auf den Balkon – also frühestens Mitte Mai, in kalten Jahren sogar erst Ende Mai. Von Ende Januar bis Ende Mai sind es vier Monate – in der Zeit wachsen Tomaten schon ganz beachtlich. Und je größer die Planzen werden, desto enger wird es auf dem Fensterbrett.
  3. Unser Balkon ist – wie bereits beschrieben – ein Nordwestbalkon mit Nachmittagssonne. Aber erst ab April – davor fällt kein Sonnenstrahl auf den Balkon. Es würde den kleinen Licht-Liebhabern also gar nichts bringen, wenn ich sie schon vor den Eisheiligen stundenweise raussetze. Dazu ist es einfach noch nicht hell genug.

Jetzt hoffe ich, dass mein Plan aufgeht und dass ich im Mai ein paar schöne, gesunde und kräftige Tomatenpflanzen habe. Dass der Sommer warm und lang wird. Und dass es überhaupt mal langsam Frühling wird!

Pläne für 2013

30. Dezember 2012 — 2 Kommentare

Nach den kleinen Katastrophen in 2012 hatte ich für den Rest des Gartenjahres ein Motivationsloch. Im August war es für neue Pflanzaktionen zu spät. Und deshalb habe ich dann wachsen lassen, was wuchs und vertrocknen lassen, was vertrocknet war. Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich die Lust verloren habe. Keineswegs! Ich habe sogar schon große Pläne für meinen neuen großen Balkon.

  1. Kartoffeln – Auf eigene Kartoffeln habe ich schon lange Lust. Das war eigentlich das einzige, was ich mir wirklich in meinem französischen Balkon gewünscht hätte: Platz für einen Pflanzsack. In 2013 werde ich es probieren und mich dabei im Großen und Ganzen an die Kartoffel-Sack-Anleitung von Elke vom Günstig-Gärtnern-Blog halten.
  2. Mehr Kohlrabi – Das Kohlrabi-Experiment ist zufriedenstellend verlaufen. Aus fünf Pflänzchen sind immerhin zwei Knollen geworden. Und das trotz Umzug ohne Krankheiten. Das Ergebnis ist steigerbar. Und genau das ist auch mein Vorsatz für das neue Jahr.
  3. Mehr von allem – klar. Sechs Quadratmeter Balkon müssen sinnvoll genutzt werden. Und weil meine Freundin zum Glück mitzieht und auch balkongärtnert, wird der Balkon im nächsten Sommer sehr viel mehr Früchte tragen, als bisher.
  4. Vögel – siehe oben. Da muss ich mir was einfallen lassen. Für Ideen in den Kommentaren bin ich dankbar.
  5. Feuchtigkeit – insgesamt scheint es hier auf dem Balkon feuchter zu sein, als an meinem Südbalkon. Darauf muss ich mich erst einstellen, bislang war es eher zu heiß und trocken. Aber das ist lösbar, davon bin ich überzeugt.

Und jetzt wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Gartenjahr!

Gartenzwerg im verschneiten Balkonkasten.